Heute war ich erstmals richtig länger bei Miriam. Und wieder war der Unterschied zu gestern greifbar. Sie redet jetzt wieder fleißig, auch wenn sie sich längere Pausen dabei gönnt. Außerdem trinkt sie Milch. Durch den Mund! Na ja, nur ein bisschen. Aber wer hätte das vor der OP gedacht? Da scheint es sich doch auszuwirken, dass sie erstmals seit langem Hunger hat. So etwas Ähnliches wie ein Lächeln kommt auch ab und zu schon durch, wenngleich das für ihre Verhältnisse noch eher zaghaft ist. Und wenn man sie allein im Zimmer lässt, weint sie herzzerreißend. Zum Glück müssen wir das ja nicht so fürchterlich oft machen. Und sobald ich heute den Raum wieder betreten hatte, hörte sie augenblicklich auf und freute sich (es reicht nicht, beim Anlegen der Maske durch das Fenster neben der Tür sichtbar zu sein, ich muss wirklich rein).
Sie liest auch wieder Bücher. Ein paar habe ich ihr heute mitgebracht. Zwar habe ich die derartig großflächig mit Desinfektionsmittel eingesprüht, dass sie schon Auflösungserscheinungen zeigen, aber das ist mir durchaus egal. Im Zweifelsfall müssen wir das eine oder andere nochmal nachkaufen. Und Bücher brauchte sie. Heute zeigte sie auf ihren Nachtschrank (der in einiger Entfernung steht, so dass sie selbst nicht drankommt) und sagte: „Bu(ch)“. Derart eindeutige Wunschäußerungen kannte ich von ihr noch gar nicht. Bislang waren meine Hoffnungen ja nur darauf gerichtet, dass sie ihren Vor-OP-Stand wieder erreicht. Aber sie wäre nicht Miriam, wenn sie nicht auch schon wieder Neues dazulernen würde.
Fotos und Filme mache ich im Moment nicht so viele, da bitte ich um Nachsicht. Ich kann die Kamera zwar mit reinnehmen, desinfiziere mir nach Gebrauch aber immer erstmal die Hände. Und die sind schon ganz rauh und brauchen mal eine kleine Pause. Ein paar Sachen sind aber entstanden, und bei Gelegenheit kriegt Ihr die sicherlich auch mal zu sehen (und zu hören).
Was den körperlichen Zustand betrifft, macht ihr hoher Blutdruck nach wie vor ein paar Sorgen. Heute war der allerdings auch nur bis mittags hoch, am Nachmittag hatte er ein deutlich vernünftigeres Niveau erreicht. Was jetzt alles für Medikamente durchlaufen, da habe ich mir auch noch keinen wirklichen Überblick verschafft. Aber die dürften ja auch bald wieder reduziert werden, damit beschäftige ich mich lieber erst, wenn einigermaßen abzusehen ist, welche davon übrig bleiben.
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(English) I was with Miriam for a longer time today. Her progress continues to astonish me. She is talking, although not 24/7 (as she did before the operation). Also, she drank some milk (through the mouth! Who’d have thought?) and was occasionally trying to smile carefully. Her good spirit surely hasn’t left her. She does suffer from being alone in the room, though, and cries much when she is. Even when I am putting on my mask outside the room, which she can see through the window, she doesn’t stop – only when I open the door and enter, it is immediately peaceful again.
She also starts to read again. I had to disinfect the books I brought. Massively. The books aren’t too happy with that treatment. So I guess we will have to buy some of them again later. But so what?
The most astonishing thing for me right now is that she is no longer just trying to regain her strength from before the operation, but already started learning new things again. Some new words and usages came out today, which made me very, very happy.
As for her physical condition, her blood pressure is still too high. But in the afternoon it wasn’t too bad. I don’t really know the individual meaning of each of the infusions. I will try to catch up when they have been reduced to a smaller number.
I am not taking so many pictures and films at this point. I can take the camera in, but after using it, I am always disinfecting my hands. And my hands are beginning to be rather rough, so I don’t want to overdo it. In due time you will see more, of course.
Februar 17, 2008 um 5:47 |
weiter so, Miriam, weiter so!!!!!!!
Februar 17, 2008 um 8:13 |
Huhu
Immer weiter so ihr drei Stück für Stück und dann wird alles gut. Sind in Gedanken immer ganz nah bei euch
Fühlt euch geknuddelt eure Danni und Leonie