Nachdem das Jahr des Frosches kurzfristig abgeblasen werden musste, beginnt heute nach dem chinesischen Kalender das Jahr der Ratte. In Taiwan ist das Neujahrsfest mit Abstand das bedeutendste Fest des Jahres – wir hingegen haben es ruhig angehen lassen. Immerhin habe ich es geschafft, bis nach Mitternacht aufzubleiben, obwohl ich gegen halb elf so hundemüde war, dass ich eigentlich keinerlei Hoffnung mehr darauf hatte. Aber ich hatte heute Morgen einiges vor.
In gut zwei Wochen soll nämlich tatsächlich mein erstes Spiel auf den Markt kommen. Es ist im Rahmen des Volkshochschul-Seminars „Spiele erfinden – wie geht das?“ bei Reinhold Wittig entstanden und erscheint, wenn nichts mehr dazwischenkommt, Ende Februar in dessen Verlag Edition Perlhuhn. Erstmal in sehr kleiner Auflage, aber das macht mir nichts, ich freue mich diebisch darüber und darauf. Ein eigenes Spiel zu veröffentlichen, war ein länger gehegter Traum, und jetzt scheint er Wirklichkeit zu werden.
Nun habe ich mir die Hälfte der Auflage gesichert, um sie selbst zu vertreiben. Da ich das auch über meine demnächst (grummel) online gehende Webseite tun möchte, bin ich also zum Gewerbeamt getigert, um herauszufinden, ob ich zu diesem Behufe ein Gewerbe anmelden müsste. Vor meinem geistigen Auge hatte ich mich schon damit abgefunden und war in diese Visionen von mir als skrupellosem Chef eines weltumspannenden Wirtschaftsimperiums abgedriftet. Aber in den Gesprächen (ich wurde noch zweimal weiterverwiesen) stellte sich heraus, dass ich noch kein Gewerbe anmelden muss, solange es sich um eine begrenzte Aktion handelt. Spiele erfinden ist nur eine freiberufliche Tätigkeit, genau wie meine sonstigen Tätigkeiten, und den Vertrieb werde ich halt erstmal zeitlich begrenzen müssen. Also wird mein Spiel vorerst nur im März über meine Webseite erhältlich sein. Wie es dann weitergeht, wird sich zeigen. Ich hoffe darauf, dass es über kurz oder lang von einem größeren Verlag übernommen wird, und dann brauche ich ja auch kein Unternehmer mehr zu sein. Aber ein bisschen reizt mich die Vorstellung ja doch – wer weiß, ob ich nicht dabeibleibe, wenn ich einmal Blut geleckt habe.
Bei dem Spiel handelt es sich übrigens um ein Mathematikspiel. Wer jetzt verständnislos guckt, kann beruhigt sein: Das soll nicht das einzige Spiel meiner Autorenkarriere bleiben. Die nächsten Projekte sind schon in Arbeit.
Ansonsten versuche ich, mich von einer reichlich anstrengenden Arbeitswoche zu erholen. Von Donnerstag bis Mittwoch hatte ich dreißig Unterrichtsstunden absolviert. Sowas ist grundsätzlich anstrengend (da es ja noch zusätzliche Vorbereitung erfordert), und wenn man dann noch die Pausen zwischendurch hauptsächlich im Krankenhaus zubringt, fühlt es sich an, als gingen die Arbeitstage von 9 bis 20 Uhr. Aber ich habe es ganz gut überstanden und, abgesehen von einem Kursabschlussabend heute, bis nächsten Dienstag frei.
Dass wir heute Morgen noch nicht bei Miriam sind, liegt daran, dass heute erneut die Herzkammern ihres Berlin Hearts ausgetauscht werden müssen. Zwar dürften die beteiligten Leute mittlerweile schon etwas mehr Routine damit haben als beim ersten Mal, ist es doch ein gewisser Aufwand und wir sind ein bisschen nervös.
Abgesehen von dieser Geschichte ging es Miriam in den letzten Tagen ausgesprochen prima. Sie hat die Zehn-Kilo-Grenze in einem beeindruckenden Spurt genommen und weiß bereits, wo ihre Problemzonen sitzen. Lassen wir sie selbst sprechen:
Kein Wunder, dass sie nach wie vor nicht essen möchte…
In den letzten Tagen war netterweise ein anderes Kind, das fast genauso alt ist wie Miriam, im Bett neben ihr. Das war toll, denn Miriam hat gelegentlich zugeguckt, wie das andere Mädchen gegessen hat, und letzteres hat sich von Miriam inspirieren lassen, nach langer Intubation wieder zaghaft mit dem Sprechen anzufangen. Damit ist es jetzt leider erstmal wieder vorbei, auch wenn wir uns für die andere Familie natürlich mitfreuen, dass sie von der Intensivstation runterkonnten (sie waren auch schon seit einigen Monaten da).
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(English)
Welcome to the year of the rat – although the coming of the new year is the most important festival in Taiwan, we didn’t do much celebrating last night. But I forced myself to stay awake till midnight, although I had been very tired from too much work in the last week, so we had a little new year’s feeling.
This morning, I went to the townhall to find out whether I should found a company. That’s because I have designed a little mathematical card game which is scheduled to be published about two weeks from now. As soon as my new web page is up and running, I want to sell some copies through it, and I wasn’t sure whether I would have to register a business for such a smallscale operation. The good news is: I don’t. At least not, if this is a non-permanent thing. So I will only sell my game via my webpage (coming up, please have a little more patience) during March. After that, I will have to reevaluate the project and see if it is worth expanding.
Right now, we are waiting at home because the chambers of Miriam’s Berlin Heart are being replaced right now. This time, it should be more of a routine matter than when they did it the first time, but we are a bit nervous of course. I am calling once in a while to ask when we can go there, but there is no real news yet.
Other than that, Miriam has been developing very well in the last few weeks. She has gained much weight and is now over 10 kg. In that little video she shows us where all her fat is. No wonder she still doesn’t want to eat. In the last few weeks, there was another child about her age in her room. That was great, because they could learn much from each other. That kid was transferred to a normal ward yesterday, which is good for that family (they had been in for a few months as well) and a little sad for us. Ah well.
Februar 7, 2008 um 10:54 |
Hallo, Hilko. Wir vermissen euch und wünschen vom ganzen Herzen alles Gute (ihr habt es verdient).
Natürlich auch viel Glück mit deinem Spiel.
Eltern von dem „anderen Mädchen“;-)
Februar 7, 2008 um 11:37 |
Ich hab grade nochmal im aktuellen SpieleKurier geschaut, ob dein Spiel nicht im März auch live als Demorunde gezeigt von dir gezeigt wird? So wie es aussieht aber leider nicht. Schade. Wie sieht es dann mit Oktober aus? Vielleicht solltest du dann ein paar signierte Spiele mitbringen. Es könnte in der Umgebung ein paar Käufer geben.
Februar 8, 2008 um 9:20 |
Hallo Hilko,
Deinen Blog verfolge ich natürlich und wünsche Euch weiterhin alles Gute.
Auf Dein Spiel bin ich sehr gespannt. Du kannst also schon eine Vorbestellung dafür von mir entgegen nehmen.
Viele Grüße
Bernadette
Februar 8, 2008 um 8:12 |
Hallo Ihr,
Miriams „daaa“ in Kombi mit dem gelupften Hemdchen ist ja zum schießen. Ich habs mir dreimal angeschaut und jedes mal herzhaft gelacht. Es findet sich doch immer jemand, der den Kleinen Dönekes beibringt…
Mathematikspiel??? Bis zu dem Wort fand ich das ja sehr interessant, aber Mathe??? Uääääch…. Ich hatte zeitlebens in Mathe ´ne 5. Aber viel Erfolg wünsche ich Dir natürlich trotzdem !!!!! Wir haben ja wohl auch gerade das Jahr der Mathematik, oder??
liebe Grüße aussem Pudding,
Susi und Co.
Februar 8, 2008 um 11:03 |
@susi etc.: Das Spiel eignet sich durchaus auch dazu, Rechnen zu üben… wenn man das will.
Februar 9, 2008 um 5:24 |
Nööööööhhhh, Hilko….. will man nicht
Rechnen kann ich ja (sollte ich wohl auch) und Spaß geht für mich anders
Da schau ich mir doch noch mal Miriams letztes Filmchen an, hihi
Das ist zuuuuu süß….
liebe Grüße,
Susi
Februar 9, 2008 um 5:25 |
wie bekommt man eigentlich ein Foto in den Absender??
Februar 9, 2008 um 7:26 |
Ich glaube, dazu braucht man einfach einen Account bei wordpress oder blogspot oder anderen Blog-Seiten. Dann kann man eins hochladen.
Februar 9, 2008 um 11:02 |
@Michael: im Herbst? Ich rechne ja damit, dass mir die wenigen Exemplare, die es gibt, innerhalb weniger Minuten nach Erscheinen von vor meinem Haus campenden Horden aus den Händen gerissen werden. Ob es in Essen noch welche gibt, wird sich also erst zeigen müssen. Aber wer weiß, vielleicht wird es ja leichter, an ein Exemplar zu kommen, wenn die Bieterschlacht der großen Verlage erst vorbei und das Spiel millionenfach auf dem Markt ist…
Februar 9, 2008 um 11:50 |
Hmmm, dann bleibt für dich ja nur die Frage ob du dann wieder für Amigo arbeitest oder als gefeierter Autor des SdJ 2008 bei deinem Verlag bist. Obwohl das könntest du natürlich auch verbinden.
)
Februar 13, 2008 um 9:43 |
[...] seit Ende August, seither war ja immer ein Verband davor), war einfach was Besonderes. Und soviel Speck ist es gar [...]