Archiv für Januar 2008

Eine Mail aus dem Jenseits

Januar 31, 2008

Gestern kam eine Mail, mit der ich nun wirklich schon lange nicht mehr gerechnet hatte. Vor Jahren hatte ich nämlich mal so eine Phase, wo ich mich hier und da literarisch betätigt habe. Gelegentlich habe ich mal Kurzgeschichten irgendwo hingeschickt, wenn es dort literarische Ausschreibungen oder sonstige Literaturwettbewerbe gab. Einziges gedrucktes Zeugnis waren bislang zwei Geschichtchen, die in der Anthologie „Stars Privat“ erschienen sind. Dabei ging es um fiktive Begegnungen mit Prominenten.

Gestern allerdings wurde ich von der eingangs bereits erwähnten Mail überrascht. Ungefähr 2004 oder so hatte ich nämlich mal einen Beitrag zur Ausschreibung „Kritik der ungehörten Platten“ eingesandt. Die Aufgabe war es gewesen, eine Plattenkritik zu einer Platte einzusenden, die man noch nicht gehört haben sollte. Kaum vier Jahre später kam nun die Nachricht, dass der Beitrag angenommen sei und „in den nächsten Wochen“ in einem Sammelband erscheinen solle. Ich bin natürlich außerordentlich begeistert.

Ich erinnere mich noch, wie ich beim Einsenden meines Beitrags versucht hatte, im Internet eine Abbildung des Plattencovers zu finden und trotz einer gewissen Hartnäckigkeit gescheitert war. Gestern habe ich mal ganz kurz angegoogelt, und zack, hatte ich eine Liveaufnahme des Titelsongs als Video. Wer sich einen Eindruck verschaffen möchte, gucke hier – wer sich, wie ich, eine Meinung bilden möchte, ohne das Lied zu kennen, verzichte darauf und lese erst meinen Beitrag, wenn er erschienen ist.

(English) Several years after participating in a kind of literary contest, I was surprised by an email which announced that my contribution has been accepted and will be published in an anthology in the not so distant future. The book will contain reviews of records that the reviewers have never listened to. I had written about a Dutch singer. You can find a live version of the title song of his album here.

Acht Monate

Januar 30, 2008

Aber eigentlich hatte ich ja versprochen, mal wieder was von Miriam zu schreiben. Ist es eine gute Nachricht, dass ich gar nicht so viel Neues zu berichten habe? Miriam ist fleißig am Lernen. Ihr Wortschatz hat sich massiv erweitert, da kommt quasi jeden Tag was Neues dazu. Sie versucht sich jetzt auch an ein paar Namen. Die Bettgitter müssen wir jetzt immer ganz hochmachen, weil sie des öfteren versucht, sich daran hochzuziehen. Es ist ja schon ein bisschen ungewöhnlich: Sie kann trotz des etwas wackeligen Untergrunds (der Matratze halt) zwar problemlos am Gitter stehen und sich daran festhalten, aber sie schafft es nach wie vor im Prinzip nicht, sich ohne Hilfe allein aus einer Liegeposition aufzurichten. Na ja, Bauchmuskeltraining ist vielleicht nicht so der Hit, wenn man vier Schläuche im Bauch hat.

Als ich am Sonntag auf Station kam, war Miriam übrigens nicht an ihrem Platz, sondern saß im Stationszimmer und las ein Buch. Einige Schwestern hatten sich mit ihr auf die Reise gemacht, indem sie eine Wickelunterlage auf den Fußboden gelegt und sie darauf hatten langmarschieren lassen. Eine andere Schwester kam mit dem Berlin Heart hinterher. Solche Ausflüge sind natürlich selten, das geht nur, wenn auf der Station mal eine ruhige Phase ist. Zurück habe ich sie dann auch getragen.

Im ihrem Zimmer ist jetzt ein anderes Kind, das fast gleichaltrig ist wie Miriam. Mit diesem Mädchen war sie auch früher schon mal zusammen im Zimmer, da war jenes allerdings noch intubiert und ziemlich eingeschränkt. Jetzt kommunizieren die beiden dagegen sehr schön miteinander, und ich hoffe, dass jetzt mal für eine Weile keine Verlegungen mehr stattfinden. Zwischendurch mussten wir uns eine Weile lang quasi täglich auf neue MitbewohnerInnen einstellen.

Ansonsten habe ich ab morgen etwas überraschend zusätzliche Arbeit bekommen, eine Vertretung in der Volkshochschule. Das wird mich ziemlich auf Trab halten. Außerdem sieht es so aus, als ob tatsächlich in gut drei Wochen die Erstauflage meines ersten Spiels auf den Markt kommen würde, und bis dahin ist noch einiges zu erledigen. Also wundert Euch bitte nicht, wenn ich mich ein bisschen rar mache; ich versuche, Euch bestmöglich auf dem Laufenden zu halten.

(English) Is it good news if I have little to write about Miriam? She is learning well, her vocabulary is extending on a daily basis. She is now trying to tackle some people’s names. The urge to move has also increased; she is trying to pull herself up often (although she still cannot sit up by herself). The other day she actually went on a little trip outside her room. Some nurses had put some cover onto the floor and let her „walk“ on it to another room. Such things are only possible when there is a quiet afternoon in the ward, which only happens occasionally. But you can tell how much Miriam enjoys it.

In her room, there is now another girl of almost her age. That is great, because the two of them can communicate face to face. I sure hope that they will stay together for a while, because lately there had been a lot of changes, with new „neighbors“ on an almost daily basis.

As of tomorrow, I have unexpectedly been assigned another class at Volkshochschule (the community college that I work at), which will probably keep me quite busy. Also, I am in the final stages of preparing my game publication, due in late February. So don’t be surprised if I cannot post as often as usually. I will try my best to keep you updated.

9000 Leute. Und Isolde.

Januar 30, 2008

Wer regelmäßig fleißig die befreundeten Blogs liest, kennt das hier vielleicht schon. Aber ich hab Tränen gelacht und möchte es Euch nicht vorenthalten.

Radio ist manchmal doch toll…

(Untranslatable. A small gem from a radio show.)

Wenn nichts anderes mehr hilft…

Januar 25, 2008

Ich bin im Moment zeitlich noch ein bisschen stärker beansprucht als sonst, daher nur mal eine Kleinigkeit zwischendurch (danke, Bertrand!). Ist in Französisch mit englischen Untertiteln, aber vielleicht gibt es ja in der Zukunft sowas auch als deutsche Version mit Bier. Gern auch Linux-kompatibel. Die zugehörige Website existiert übrigens natürlich auch.

Über Miriam schreibe ich dann beim nächsten Mal wieder was. Etwas Geduld, bitte.

(English) While I am a bit busy right now, I don’t want you to miss out on France’s latest revolutionary invention. I hope the Germans will follow up with a beer version. More about Miriam at a later time.

Die Bildzeitung sucht mit.

Januar 22, 2008

Als ich gestern hier am Kiosk war, um den Spiegel zu kaufen, lagen auf dem Tresen mal wieder diese Aufkleber rum. Nach dem Rausgehen bin ich dann doch noch mal umgekehrt, um mir so einen mitzunehmen. Nicht, dass ich jetzt irgendwie ein Autofenster hätte, auf das ich ihn kleben könnte oder wollte. Aber anders als früher hat mich die Aufschrift diesmal angesprochen.

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(English) This car window sticker roughly translates as „Have a heart for children“. It’s been published since 1978. Yesterday was the first time I cared.

Betaubung

Januar 19, 2008

Meine routinemäßigen Jahresuntersuchungen bei der Zahnärztin mache ich ganz gern schon im Januar, um es hinter rmir zu haben. So auch gestern. Zwar wurde da nicht groß was gemacht (eine kleinere Reparatur steht noch aus), aber beim Reinigungsgang fiel mir mal wieder ein, dass das System noch nicht ausgereift ist. Das Schlimmste bei Bohrungen ist doch nicht der Schmerz, sondern das fiese Surren der Bohrer – warum also lassen sich so viele Leute das Zahnfleisch betäuben anstatt der Ohren?

(English) I went to the dentist yesterday for my yearly routine check. It was harmless, but it got me thinking again. We all know that the worst part of dental treatments is not the pain, but the scary noises that the machinery makes. So why, I wonder, do people want to get anesthesia in their gums instead of their ears?

Miriam quält ihre Eltern.

Januar 17, 2008

Wie ich gehört habe, bringt es unheimlich viele Seitenzugriffe, wenn man ein Foltervideo online stellt. Die will ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Bitte schön:

I heard that you get lots of traffic when you publish videos with torture scenes. Don’t want to miss out on that. Enjoy.

Miriam tanzt.

Januar 16, 2008

Miriam reagiert mittlerweile erstaunlich stark auf Musik. Hier ein Beispiel.

This is a sample of how Miriam reacts to music. Dancing seems to be a strong desire in her.

Miriam lernt Chinesisch.

Januar 11, 2008

Scharfsinnig…

Januar 8, 2008

…ist meine Gattin. Gestern kamen wir abends nach Hause, und sie stellte fest, dass zwei Straßenlaternen in unserer Nachbarschaft, die seit Ewigkeiten nicht mehr funktioniert hatten, repariert worden waren. Ihr schlichter Kommentar: „Sieht aus, als seien hier demnächst Wahlen.“ Wie Recht sie hat… obwohl doch die Regierung der Stadt Göttingen (die ja wohl zuständig für sowas ist) eher nicht daran interessiert sein dürfte, die Landesregierung zu stützen?

(English) Yesterday, my wife noticed that two street lamps (which had been out of order forever) had been repaired. Her comment was: „Looks like there are elections coming up.“ She is right, indeed (although the city government shouldn’t be interested in keeping the state government in power in the upcoming elections, as they are from different parties). I guess most Germans just wouldn’t have made the connection.