Aufgesetzte Mützen und aufgemachte Grenzen

By hilkman

Seit heute sind die Grenzen in viele osteuropäische Länder offen. Die meisten Deutschen dürften das mit einem Schulterzucken zur Kenntnis nehmen; denn Deutsche brauchten wohl für die Mehrzahl dieser Länder ohnehin kein Visum und die Wartezeiten an den Grenzen waren vertretbar. Für Elissa und mich hingegen ist es eine echte Verbesserung, denn Elissa hat ja keinen deutschen Pass, und für NichteuropäerInnen war es bislang eine ziemliche Pest, Visa für Osteuropa zu ergattern. Den Ungarn-Teil unserer Hochzeitsreise hatten wir aus diesem Grund damals sogar abgeblasen; wir hätten zweimal persönlich nach Berlin fahren müssen, um eine Chance auf ein Visum zu haben (das hätte mehr gekostet als der Reiseteil selbst). Auch als wir vor zwei Jahren in Litauen waren (das Visum war relativ einfach über eine Visumsbeschaffungsfirma zu erhalten), unser Weiterflug nach Oslo allerdings von Riga ging und wir zu diesem Behufe ein mickriges Ein-Tages-Transitvisum für Lettland erbettelten, rief die dortige Botschaft sogar hier bei uns an, um uns irritierende Fragen darüber zu stellen, was wir denn wohl da wollten. Es war der Dame ein echtes Anliegen, uns das Gefühl zu geben, ausgesprochen unwillkommen zu sein. Nun, diese Zeiten sind jetzt vorbei, und darüber freue ich mich. Auch wenn weitere Reisen gen Osten derzeit kaum auf dem Programm stehen.

Die Belegschaft von Station 0133 dagegen trägt immer wieder sehr dazu bei, dass wir uns dort willkommen fühlen. Als ich gestern Vormittag dort eintraf, erwarteten mich schon zwei schnuckelige Fotos von Miriam mit Nikolausmütze, die morgens entstanden waren. Die Mütze war noch da, also haben Elissa und ich dann noch ein paar hundert Fotos und Filmchen nachgelegt. Hier ist eine Auswahl.

Und damit nähern wir uns mit Riesenschritten Weihnachten. Wie ich ja neulich schon schrieb, bin ich kaum in Weihnachtslaune, aber immerhin holt mich jetzt ein bisschen Weihnachtsstress ein. Ich will noch Plätzchen backen und die Wohnung gästefertig machen, wir müssen größere Einkäufe machen, um nicht auf dem Trockenen zu sitzen, und so weiter. Ob mir zwischendurch Zeit zum Bloggen bleibt, weiß ich also nicht – aber Weihnachten habt Ihr ja vielleicht auch was Besseres zu tun, als am Kommupter zu sitzen und Krankenhausgeschichten zu lesen. Also nutze ich die Gelegenheit, noch mal allen zu danken, die uns in den letzten 206 Tagen in vielfältiger Form unterstützt haben. Das war und ist rührend und trägt unheimlich dazu bei, dass wir überhaupt durchhalten.

Lieber Weihnachtsmann: Was wir uns zu Weihnachten wünschen, ist wohl unschwer zu erraten.

Und für das kommende Jahr erhoffen wir uns… na ja, sagen wir: Ein besseres Jahr als 2007. So schwer kann das doch nicht sein?

Euch allen frohe Weihnachten – bleibt uns gewogen!

Bis bald,

Hilko

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Today is a special day: Nine new countries entered the Schengen treaty, so traveling within Europe (particularly the eastern part) became much easier. For most Germans, this is of little relevance, as Germans can travel to most countries without obtaining a visa anyway. For Elissa, however, who doesn’t hold a German passport, the advantages are huge, as some of the countries concerned weren’t easy to deal with before. Hungary, for instance, required two personal visits to the embassy in Berlin (probably costing more than the little trip to Hungary we had been planning), and the Latvian embassy actually called our home to ask personally why we asked for a one day (!) transit visa. They really did their best to make you feel not welcome. Rejoice. Those times are over.

Unlike the Latvian embassy, the staff of ward 0133 in the hospital does everything to make us feel welcome. When I arrived yesterday, they had already taken two photos of Miriam in a Santa hat. We took a lot more, as you can see.

As for Christmas, I am still not in the mood, but getting into some stress now. I want to make some cookies, prepare the apartment for some guests, we have to do major shopping to not run out of food, and so on. Whether I will have time for blogging, I do not know – but maybe y’all have better things to do than sit at the computer and read blogs anyway. So let me use this opportunity to thank all of you who have send your loving support in manifold ways. That gave us much strength, and for that we are grateful.

And here’s a message to Santa: You know our one wish for Christmas, don’t you?

For 2008 we hope for… ah, let’s say, a better year than 2007. Can’t be terribly hard, can it?

Merry Christmas to all of you – stay with us!

Hilko

Eine Antwort zu „Aufgesetzte Mützen und aufgemachte Grenzen“

  1. Netty sagt:

    Hoffentlich gehen Eure Weihnachtswünsche in Erfüllung. *Daumen drück*

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