Archiv für Dezember 2007

Aufgerichtet

Dezember 28, 2007

Gestern war ich schlecht drauf. Ich glaube, ich hatte einfach zu lange keine echte Ruhepause mehr. Was mich dann aufrichtete, war folgender Anblick:

Miriam steht.

Ich war einfach mal einen Moment aus dem Zimmer gegangen, und die Schwester hatte Miriam hingestellt. Und sie stand wie ne eins, erstmals (zumindest in meinem Beisein) ohne, dass ich sie noch irgendwo festgehalten hätte. Das hat sie am Geländer halt selbst gemacht. Solange sie nicht von selbst aufsteht, brauchen wir uns hoffentlich keine Sorgen zu machen, dass sie aus dem Bett aussteigt, aber allzulange kann das wahrscheinlich auch nicht mehr dauern…

Ansonsten war da ja neulich noch Weihnachten. Für uns hieß das: Ein schönes Abendessen mit zwei Freundinnen und zwei Spieleabende, auch mal mit Sachen, die wir sonst nicht so oft rausholen. Also hinreichend prima.

Für Miriam hieß es: Zwei Tage lang Geschenke auspacken. So viele Pakete wie dieses Jahr habe ich wohl noch nie auf einen Haufen gesehen. Wir haben Miriam nicht alles auf einmal gegeben, weil es albern gewesen wäre, ihr immer alles gleich wieder wegzunehmen, was sie bekommen hat, und ihr ein anderes Paket hinzuhalten. Daher haben wir es langsam angehen lassen. Wie sehr sich Miriam ihrer Situation bewusst ist, zeigte das Paket von meiner Schwester Anna, auf das diese drei rote Herzen draufgeklebt hatte. Miriam konnte gar nicht genug davon kriegen und zeigte immer wieder auf diese Herzchen.

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An dieser Stelle jedenfalls schon mal vielen Dank an alle, die uns so reich beschenkt haben. Ihr hört natürlich auch so noch mal von uns – außer Dir, Ben Weihnachtsmann, denn von Dir habe ich gar keine Adresse. Jedenfalls war es eine schöne Überraschung, dass Du vorbeigekommen bist. Wenn Du das hier liest, sag es bitte Deinen Eltern weiter. Und ich glaube, ich muss ihnen auch noch mal gratulieren, denn ich habe gesehen, dass sich Dein Nachname geändert hat… :-)

Ansonsten plane ich langsam aber sicher den Umzug meiner diversen Internetseiten auf eine eigene Domain. Das Ganze braucht aber ein bisschen Vorlauf, weil ich keine Baustellenseite ins Netz stellen möchte, sondern erst programmieren und erst danach hochladen will. Im Umfeld dieser Pläne habe ich mich gestern mal nach einem DVD-Brenner umgesehen (mein CD-Laufwerk reagiert nicht mehr und mein DVD-Brenner lässt sich nicht mehr öffnen (grummel… da ist meine System-DVD drinne), und ich möchte zumindest ganz gern mal wieder ein Backup machen). Leider stellte ich dann fest, dass ich für nichts, was es gerade bei Saturn gibt, zweifelsfreie Sicherheit habe, dass es auch unter Linux funzt. Ich habe auch für nichts davon einen Hinweis darauf gefunden, dass es nicht funktioniert (wann beginnen Hersteller endlich damit, zumindest das explizit auf ihre Webseiten zu schreiben? Dann würde man sich das elende Gesuche in sämtlichen Foren der Welt sparen können). Ich rufe gleich spaßeshalber noch mal die Philips-Hotline an, vielleicht finde ich da ja jemanden, der kompetent ist.

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(English)

I wasn’t in a very good mood yesterday – until I saw Miriam standing freely for the first time. Ii had just left the room briefly, and when I came back, the nurse had helped Miriam up. She was doing just fine, and so far I am not worried that she might climb out. But she is learning, so we better watch out.

For Christmas, Miriam was showered with gifts (thanks to everyone involved – you will hear from us!). It took her two days to acknowledge it all, because we didn’t want to rush her. My sister had sent a package with some heart-shaped stickers on it, and Miriam particularly seemed to like those hearts. She kept pointing to them again and again. So she knows what it is all about, I gues.s…

When I have time, I am planning a new webpage that will contain the blog, my other two webpages and some more stuff. In order to prepare that properly, I was shopping for a new DVD burner (I want proper backup possibilities), since my old one refuses to open. However, I am having trouble finding out which of the latest models are compatible with linux. Should be all of them, but on the odd chance one of them doesn’t, I would like to save my 50 bucks and buy a different one. So I guess that’s what I will be busy with today.

Aufgesetzte Mützen und aufgemachte Grenzen

Dezember 21, 2007

Seit heute sind die Grenzen in viele osteuropäische Länder offen. Die meisten Deutschen dürften das mit einem Schulterzucken zur Kenntnis nehmen; denn Deutsche brauchten wohl für die Mehrzahl dieser Länder ohnehin kein Visum und die Wartezeiten an den Grenzen waren vertretbar. Für Elissa und mich hingegen ist es eine echte Verbesserung, denn Elissa hat ja keinen deutschen Pass, und für NichteuropäerInnen war es bislang eine ziemliche Pest, Visa für Osteuropa zu ergattern. Den Ungarn-Teil unserer Hochzeitsreise hatten wir aus diesem Grund damals sogar abgeblasen; wir hätten zweimal persönlich nach Berlin fahren müssen, um eine Chance auf ein Visum zu haben (das hätte mehr gekostet als der Reiseteil selbst). Auch als wir vor zwei Jahren in Litauen waren (das Visum war relativ einfach über eine Visumsbeschaffungsfirma zu erhalten), unser Weiterflug nach Oslo allerdings von Riga ging und wir zu diesem Behufe ein mickriges Ein-Tages-Transitvisum für Lettland erbettelten, rief die dortige Botschaft sogar hier bei uns an, um uns irritierende Fragen darüber zu stellen, was wir denn wohl da wollten. Es war der Dame ein echtes Anliegen, uns das Gefühl zu geben, ausgesprochen unwillkommen zu sein. Nun, diese Zeiten sind jetzt vorbei, und darüber freue ich mich. Auch wenn weitere Reisen gen Osten derzeit kaum auf dem Programm stehen.

Die Belegschaft von Station 0133 dagegen trägt immer wieder sehr dazu bei, dass wir uns dort willkommen fühlen. Als ich gestern Vormittag dort eintraf, erwarteten mich schon zwei schnuckelige Fotos von Miriam mit Nikolausmütze, die morgens entstanden waren. Die Mütze war noch da, also haben Elissa und ich dann noch ein paar hundert Fotos und Filmchen nachgelegt. Hier ist eine Auswahl.

Und damit nähern wir uns mit Riesenschritten Weihnachten. Wie ich ja neulich schon schrieb, bin ich kaum in Weihnachtslaune, aber immerhin holt mich jetzt ein bisschen Weihnachtsstress ein. Ich will noch Plätzchen backen und die Wohnung gästefertig machen, wir müssen größere Einkäufe machen, um nicht auf dem Trockenen zu sitzen, und so weiter. Ob mir zwischendurch Zeit zum Bloggen bleibt, weiß ich also nicht – aber Weihnachten habt Ihr ja vielleicht auch was Besseres zu tun, als am Kommupter zu sitzen und Krankenhausgeschichten zu lesen. Also nutze ich die Gelegenheit, noch mal allen zu danken, die uns in den letzten 206 Tagen in vielfältiger Form unterstützt haben. Das war und ist rührend und trägt unheimlich dazu bei, dass wir überhaupt durchhalten.

Lieber Weihnachtsmann: Was wir uns zu Weihnachten wünschen, ist wohl unschwer zu erraten.

Und für das kommende Jahr erhoffen wir uns… na ja, sagen wir: Ein besseres Jahr als 2007. So schwer kann das doch nicht sein?

Euch allen frohe Weihnachten – bleibt uns gewogen!

Bis bald,

Hilko

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Today is a special day: Nine new countries entered the Schengen treaty, so traveling within Europe (particularly the eastern part) became much easier. For most Germans, this is of little relevance, as Germans can travel to most countries without obtaining a visa anyway. For Elissa, however, who doesn’t hold a German passport, the advantages are huge, as some of the countries concerned weren’t easy to deal with before. Hungary, for instance, required two personal visits to the embassy in Berlin (probably costing more than the little trip to Hungary we had been planning), and the Latvian embassy actually called our home to ask personally why we asked for a one day (!) transit visa. They really did their best to make you feel not welcome. Rejoice. Those times are over.

Unlike the Latvian embassy, the staff of ward 0133 in the hospital does everything to make us feel welcome. When I arrived yesterday, they had already taken two photos of Miriam in a Santa hat. We took a lot more, as you can see.

As for Christmas, I am still not in the mood, but getting into some stress now. I want to make some cookies, prepare the apartment for some guests, we have to do major shopping to not run out of food, and so on. Whether I will have time for blogging, I do not know – but maybe y’all have better things to do than sit at the computer and read blogs anyway. So let me use this opportunity to thank all of you who have send your loving support in manifold ways. That gave us much strength, and for that we are grateful.

And here’s a message to Santa: You know our one wish for Christmas, don’t you?

For 2008 we hope for… ah, let’s say, a better year than 2007. Can’t be terribly hard, can it?

Merry Christmas to all of you – stay with us!

Hilko

Weihnachtsrummel und vorbildliche Nieren

Dezember 16, 2007

Da bin ich wieder – die Woche war erwartet anstrengend. Dass ich damit nicht allein dastehe, habe ich gestern und vorgestern bei Karstadt in der Spielwarenabteilung erlebt. Ich habe mir solche Weihnachts-Shopping-Orgien ja nie angetan und mich auch nie davon verrückt machen lassen, aber die Schlangen an den Kassen waren wirklich beeindruckend.
Mein eigener Einsatz war zwar anstrengend (zumal ich die ganze Zeit stehen musste), aber keineswegs so eintönig, wie man vielleicht denken würde, wenn man hört, dass ich nur zwei Spiele vorführen sollte. Das lag vor allem daran, dass ich natürlich von den Horden von Menschen als Auskunftssäule mitbenutzt wurde. Nun kannte ich mich in der dortigen Spielwarenabteilung kaum aus, aber am Ende der zwei Tage hatte ich doch einigermaßen mitgekriegt, was wo war. Hinter mir waren zum Beispiel Ständer mit Matchbox- und Siku-Autos, und ich kann mir auf die Fahnen schreiben, beim Verkauf von ungefähr vier Autos treibende Kraft gewesen zu sein. Bei der Kernaufgabe, nämlich die Kundschaft von den Vorzügen von Halli Galli und Didi Dotter zu überzeugen, gab es dagegen zwei Probleme: Erstens haben, wenn ich die Gespräche, die ich so geführt habe, mal hochrechne, ungefähr vierzig Millionen deutsche Haushalte schon ein Halli Galli (von den wenigen, auf die das nicht zutraf, haben immerhin diverse eins gekauft), und zweitens war Didi Dotter vielleicht ein bisschen teuer für Spontankäufe. So war es vielleicht kein völlig durchschlagender Erfolg, aber den kann man ja nun auch nicht nur daran festmachen, wie viele Leute sich wirklich ein Spiel von dem Ständer neben mir heruntergenommen haben. Denn es haben ja doch viele Leute die Spiele auf diese Weise kennen gelernt, und wer weiß, ob sie nicht am Montag reumütig zurückkehren und sich noch eins besorgen.
Übrigens kann man von den beiden Spielen durchaus halten, was man will; ein Gespräch, dass ich von zwei vorbeigehenden Frauen aufgeschnappt habe, möchte ich den Spieleinteressierten unter Euch aber doch nicht vorenthalten, weil es gezeigt hat, wie wichtig es ist, das Konzept des guten Spielens weiter unter der Bevölkerung zu verbreiten:
Frau 1: Guck mal, hier ist ein Spiel aufgebaut!
Frau 2: Ach nee, ich will’n richtiges Spiel.
Frau 1: Was denn?
Frau 2: Mensch ärgere dich nicht oder sowas.
Am Samstag habe ich die Vorführung dann für zwei Stunden unterbrochen, um zu einer Beerdigung zu fahren. Auch die hat mich emotional sehr mitgenommen (war ja nicht die erste, auf der ich in diesem Jahr war) und ich knabbere immer noch daran. Ich möchte das hier nicht in allen Einzelheiten ausbreiten, aber ich habe auch daran gesehen, dass ich einfach nach zweihundert Tagen auf der Intensivstation nicht mehr viele Reserven habe. Normalerweise würde ich darauf hoffen, dass sich das jetzt alles ein bisschen bessert, wenn die Weihnachtsferien ausbrechen, aber so richtige freie Tage werden das für uns ja nun auch nicht. In Weihnachtsstimmung bin ich naheliegenderweise überhaupt gar kein bisschen, aber ich hoffe, dass es trotzdem ein paar erholsame Momente gibt. Die habe ich nämlich dringend nötig.
Immerhin konnte ich dann gestern Nacht noch erfahren, dass Ivan Klasnic am Nachmittag zwei Tore für Werder geschossen hatte. Für Uneingeweihte: Ivan Klasnic hat im Frühjahr im zweiten Anlauf erfolgreich eine Nierentransplantation hinter sich gebracht, lange Zeit an seiner Reha gearbeitet und nach Monaten der Pause ist er nun wieder ernsthaft Profifußballer. Nicht, dass ich mir so eine Karriere für Miriam herbeisehnen würde (die soll ja Profigolferin werden), aber es ist total ermutigend, dass man ihm seine Krankheitsgeschichte in keiner Weise anmerkt, weder auf dem Fußballplatz noch vor dem Mikro der Reporter. Zumindest das wünsche ich Miriam auch.
Solche Interviews könnten sich übrigens bald lohnen, denn Miriam macht deutliche Fortschritte beim Sprechen. „Haade“ (Haare) kann sie ja schon seit Wochen sagen (und dabei in meinen oder ihren eigenen Haaren wühlen), „Ba“ für Ball ist dazugekommen, seit sie ein Buch hat, wo ein Hund mit einem Ball spielt, und ihre neueste Errungenschaft ist „Nana“ für Nase. Passiv (also verstehen) kann sie schon viel mehr, und ich denke, sie kann auch mehr sprechen, was wir nur noch nicht identifiziert haben. Bei manchen Wörtern brechen auch wilde Diskussionen zwischen Elissa und mir aus, ob das, was sie gerade gesagt hat, nun Chinesisch oder Deutsch war (natürlich meist mit völlig verschiedenen Bedeutungen). Jedenfalls ist es eine wahre Freude, ihr zuzuhören.

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(English summary) This week was every bit as exhausting as I had expected. Demonstrating the games in the department store showed me the true extent of the christmas shopping craze – something I had rather ignored until now. Although the crowd was notably different from the one in the games fair in Essen (here, I was actually working in a toys department, not a games department), I managed to get a certain number of people interested in gaming. Saturday afternoon I went to a funeral, which was rather difficult for me and is still touching to think back to (which I do a lot). I do notice that I could use some quality rest, but none seems to be coming up. Needless to say, I am in no mood for christmas, especially since it doesn’t look like much of a day off at the hospital this year.
Upon coming home from the department store, however, I learned that Ivan Klasnic, one of Werder Bremen’s foremost attackers, had scored two goals in Saturday afternoon’s football match against Leverkusen. That as such might not have been such big news, but for me it was, as Klasnic is probably the first professional football player (worldwide) who made a comeback after having a kidney transplant. He had been out for nearly a year, and few optimists thought he would be back to his former strength. Well, at least he is back on track. Seeing that he appears completely normal both on the pitch and in interviews makes me very happy and gives me hope for Miriam (even though she might prefer a career in golfing).
Miriam is now extending her vocabulary. She can say „hair“, „ball“ and „nose“ now, and other things we may have failed to recognize so far. It is funny when you raise a bilingual child: Whenever she says something, the parents will argue which language that might have been. But nevertheless it is a pleasure to listen to her.

Noch ein Austausch und ein bisschen Karstadt

Dezember 12, 2007

Nachdem Miriams Karriere als internationales Golfwunder feststeht (wobei ich hoffe, dass ihr noch Zeit für ihre Arbeiten an der Symphonie für Xylophon und Bettgeländer bleibt), erscheinen alle anderen Nachrichten derzeit fast zu banal, um darüber zu schreiben – aber ich zwing mich einfach mal. Ich mach es aber kurz, weil ich in einer ziemlich intensiven Woche stecke und mir nicht auch noch die Nächte mit Bloggen um die Ohren hauen möchte.

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Gestern war es jedenfalls überraschend aufregend im Klinikum. Ziemlich unerwartet kam die Nachricht, dass eine der künstlichen Herzkammern ausgetauscht werden müsse. Nun ist das eigentlich (wie ich meiner Erinnerung nach auch schon mal geschrieben habe) eine Prozedur von einer Minute oder auch zwei, aber sie findet ja nun nicht im luftleeren Raum statt. Nach dem Mittagessen (das wir eingenommen haben, nicht sie – sie musste nüchtern bleiben) wurde ihr erstmal wieder ein zentraler Venenkatheter (ZVK) gelegt, den sie ja nun seit Monaten nicht mehr hatte. Sowas dauert im günstigeren Fall vielleicht eine halbe Stunde, ist aber natürlich nicht so exakt berechenbar. Gestern beispielsweise mussten wir satte anderthalb Stunden im Elternzimmer warten, und das waren ungefähr anderthalb Stunden mehr, als ich angesichts meines sonstigen Arbeitspensums übrig hatte. Für das Austauschen der Herzkammer mussten dann auch noch einige Leute zusammengetrommelt werden. Da außer der Kardiotechnikerin von Berlin Heart noch niemand der Anwesenden so einen Austausch vorgenommen hatte, waren alle entsprechend unter Strom, vergleichbar mit dem Austauschen der Steuerungseinheit neulich. Das kriegte ich dann aber schon nicht mehr mit, weil ich mich nach dem Legen des ZVK verdünnisieren musste, um noch rechtzeitig zur Arbeit zu kommen. Während des Unterrichts war ich entsprechend unter Strom, weil ich ja erst hinterher erfahren konnte, wie es ausgegangen war. Es war dann alles in Ordnung und kein Grund zur Sorge, aber das ist ja immer schlecht steuerbar. Mittlerweile ist der ZVK schon wieder entfernt und Miriam ist gut drauf, wie gehabt.

Leider wird jetzt doch noch vor Weihnachten ihr Raum saniert werden. Das heißt, dass sie am Montag in ein anderes Zimmer verlegt werden wird, wo sie dann zumindest bis Freitag oder so ausharren muss. Das ist allerdings kaum ein Problem für sie; ich glaube, dass sie es sogar ganz gut findet, wenn um sie herum ein bisschen was los ist. Für die Eltern ist das kleine Zimmer allerdings deutlich erholsamer.

Und Erholung habe ich dringend nötig, und das wird sich in den kommenden Tage eher noch steigern. Am Freitag und am Samstag bin ich bei Karstadt in der Markthalle Göttingen zu bewundern. Ich soll dort für Amigo und Zoch Spiele vorführen (Halli Galli und Didi Dotter). Eigentlich sollte das Routine sein, zumal die Spiele eher simplerer Natur sind und keine riesige Vorbereitungszeit erfordern. Anders als auf der Messe in Essen ist allerdings, dass ich dort auf mich allein gestellt sein werde. Bin selbst gespannt, wie das so läuft. Wundert Euch aber bitte nicht, wenn ich erst am Sonntag oder nächste Woche wieder dazu komme, was Neues zu schreiben.

(English) The past days have been rather full – a piece of the Berlin heart had to be replaced on Tuesday. Now normally that is a thing of a minute or two, but preparation takes hours. So Tuesday was a waiting day with some worries for us. I had to leave eventually, because I still had to teach in the evening. Everything went fine, despite some of the staff being rather nervous about the whole thing (which was done for the first time in this hospital).

On Friday and Saturday I will have to work at a local department store, explaining games to interested customers. In a way that will be similar to my work in Essen in October, except that this time I will be more or less on my own. I am sure it will work out fine, but I am also quite sure that by the end of this week I will be pooped. So don’t be surprised if there aren’t any news from me till Sunday or next week or so.

Des Rätsels Lösung

Dezember 8, 2007

Diverse von Euch hatten sich an der Raterei beteiligt und Tips abgegeben, welchen Gegenstand Miriam bei ihrer nachträglichen Geburtstagsfeier ausgewählt hätte. Einen Volltreffer hat niemand gelandet, obwohl Eure Tips nicht ganz schlecht waren: Miriams zweite Wahl wurde mehrfach genannt, und auch das dritte Ding, nach dem sie gegriffen hat, war zumindest einmal getippt worden.
Für welche Karriere sie sich nun tatsächlich entschieden hat, könnt Ihr im folgenden Filmchen staunend zur Kenntnis nehmen.

(English) Here’s the answer to the question I had asked about ten days ago: What did Miriam pick as the first item to hint at her future? Well, there were a bunch of guesses, but none of them was right. See for yourself!

Ein Wunderkind!

Dezember 8, 2007

Gestern konnte ich nicht ins Krankenhaus fahren, weil ich zu einer Fortbildung (Prüfertraining) in Lüneburg war (einer der hübschesten Städte in Deutschland, wie ich bei einem abendlichen Spaziergang wieder einmal feststellen durfte. Aktuell fällt mir gar keine hübschere ein). Aber Elissa brachte Miriams erstes Musikvideo mit nach Hause:

(English) Yesterday I couldn’t go the hospital, as I was getting some job training in Lüneburg (for all you tourists out there: one of Germany’s prettiest towns). But Elissa brought home the little movie above.

Wie der Hikolausi einmal beinahe mit dem Hubschrauber geflogen wäre

Dezember 6, 2007

Heute habe ich eine seltene Gelegenheit verpasst. Als ich am Nachmittag so bei Miriam am Bett herumstand, sprach mich einer der Ärzte an und fragte mich, ob ich für ein paar Kinder den Nikolaus spielen wollte. Ich würde da mit dem Hubschrauber hinfliegen. Wohin denn, fragte ich, der das zunächst für einen Scherz gehalten hatte. Zum Ostausgang, hieß es dann. Das schien mir dann endgültig skurril – vom Keller des Klinikums mit dem Hubschrauber zum Ostausgang? Wie auch immer, ich musste ablehnen, weil ich am Abend noch arbeiten musste. Das wäre zu spät für mich geworden. Immerhin kriegte ich noch mit, dass jemand anders gefunden worden war und dass die Hubschraubergeschichte tatsächlich genauso gemeint gewesen war: Der Hubschrauber wäre sozusagen vom Hubschrauberlandeplatz einmal übers Klinikum gehüpft und hätte am Ostausgang den Nikolaus ausgespuckt, der dann die Kinder mit kleinen Geschenken beschert hätte. Also will sagen: Das hat wohl auch so stattgefunden, nur dann leider ohne mich. Dabei hätte ich einen Hubschrauberflug durchaus mal sehr spannend gefunden, zu sowas haben Normalsterbliche ja kaum mal Gelegenheit (wenn sie nicht gerade schwer verletzt sind oder so). Und so ein Miniflug ist natürlich ideal, um die Neugier zu befriedigen. Ich fliege ja nicht unbedingt speziell gern oder so, aber so hätte ich zumindest gewusst, wie sich ein Hubschrauberflug anfühlt. Na ja, vielleicht bewerbe ich mich nächstes Jahr mal als Klinikumsnikolaus… ;-)

Überhaupt habe ich ja so eine Art nikolausorientierten Spitznamen. Als ich in Taiwan im Kindergarten arbeitete, hatten die Kinder mit dem Namen „Hilko“ so ihre liebe Not. Das klang eher nach „Hiko“. Und wie es nun mal üblich ist, wurde hinten noch respektsvoll „Lehrer“ drangehängt: „laoshi“. Mit ein bisschen taiwanischem Akzent klang das dann verdächtig nach „Hikolausi“. Gelegentlich musste ich mir verkneifen, mit „Ich bin kein Hikolausi, ich bin ein Osterhasi“ zu antworten. Aber süß war es natürlich. Also, falls mal wieder jemand einen Nikolaus sucht, der mit einem Hubschrauber einschweben soll, ruft mich an… der Hikolausi steht bereit.

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Na gut, ich geb’s zu: Ohne Brille sieht so ein Nikolaus doch noch eine Spur authentischer aus.

(English) Today I missed a rather unique opportunity. One of the doctors asked me whether I wanted to play Santa Claus (Nikolaus in Germany, where he comes on the 6th of December rather than at Christmas) for some kids at the hospital. The offer included a very brief helicopter ride to show the kids that Santa is coming in by helicopter. Now I would have been really eager to be in a helicopter once in my life, especially for such a short flight (I am not someone who particularly loves flying, but to get a taste of it? Sure!). Unfortunately, I couldn’t do it as I had to work at night and had to leave shortly after I was asked.

When I was working in a kindergarten in Taiwan, the kids often called me Hikolausi („Hiko“ for Hilko, which they couldn’t pronounce too well, and „lausi“ as a Taiwanese version of the Chinese word „laoshi“, meaning „teacher“). That bore a striking similarity with „Nikolausi“, a superfamous name for Santa Claus from a breathtakingly hilarious radio sketch by a Bavarian comedian named Gerhard Polt. So I seem to be quite suitable for playing Santa – if you need a Santa somewhere who is being dropped off by helicopter, let me know… :-)

Kunstherzantriebseinheitstransplantation

Dezember 6, 2007

Gestern erfuhren wir, dass die Antriebseinheit von Miriams Kunstherz (dieses große blau-weiße Ding neben dem Bett – gibt’s das nicht auch in grün-weiß?) ausgetauscht werden musste, weil die alte nach einer gewissen Zeit zur Wartung muss. Die Kardiotechnikerin von Berlin Heart war mal wieder angereist, obwohl die Prozedur nach ihrer eigenen Aussage lediglich eine Sekunde dauern sollte. Allerdings sammelte sich ein gutes halbes Dutzend Leute aus dem Klinikum um sie herum, um dem großen Moment beizuwohnen. Zwei Anwesende sind auf alle Fälle auch eine gute Idee, denn eine Person kann die Schläuche aus dem alten Gerät abziehen und in das neue Gerät einstöpseln, woraufhin dann eine andere Person prompt den Knopf drückt, um die Antriebseinheit in Betrieb zu setzen (sie steht während des Umstöpselns auf Pause). Die anderen Leute stehen mehr oder weniger herum, aber es war schon irgendwie ein spannender Moment, den man auch in so einem Krankenhaus nicht alle Tage zu sehen bekommt. Es ging dann erwartungsgemäß alles glatt und Miriam wunderte sich wohl allenfalls einen Moment lang über die Menschenansammlung an ihrem Bett.

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Unterdessen war auch noch ein Augenarzt bei Miriam, weil es manchmal den Anschein gehabt hatte, sie würde leicht schielen. Glücklicherweise erwies sich das dann als sogenanntes Pseudo-Schielen, was offenbar keiner weiteren Behandlung bedarf. Na ja, wenn Miriam gesund und zu Hause gewesen wäre, hätte ich mir über die Geschichte unter Umständen ein paar Sorgen gemacht, aber angesichts der Gesamtlage fand ich das dann doch eher harmlos.

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(English) The control unit of Miriam’s Berlin Heart had to be replaced yesterday. That’s the big blue thing next to her bed. The old one had to go to maintenance after a little over three months of service. The replacement is actually done in about one second, but excitement ran high in the ward, and there were a lot of people around to watch and assist. And it IS smart to have at least two people around – one to plug in the tubes into the new machine, the other one to hit the „enter“ button on the laptop. And despite a certain nervous tension among the people present, things worked out just fine. Miriam was unimpressed anyway, she probably just wondered why there were so many people in her room.

In the meantime, an eye doctor has checked Miriam’s eyes. There had been some concerns about strabismus, which turned out to be unfounded. If Miriam had been generally healthy and at home, I probably would have worried about this, but considering the general situation I failed to panic. But I am glad that it doesn’t seem to be anything that will haunt us later.

Rindfleisch?

Dezember 5, 2007

Das war’s wohl mit dem Versuch, Miriam zur Vegetarierin zu erziehen. Wir sind ja durchaus froh, wenn sie sich mal was in den Mund steckt, aber muss es gleich eine komplette Kuh sein? In Elissas Familie wird ja traditionell kein Rindfleisch gegessen, also sollten wir Miriam zumindest das vielleicht wieder aberziehen.

 Miriam isst Kuh.

Die Auflösung des Rätsels aus Geburtstagsähnliche Zustände wird übrigens noch ein bisschen auf sich warten lassen. Elissa will die gleiche Frage noch in ihrem Blog stellen und ihren geschätzten LeserInnen die gleiche Frage stellen wie ich. Bislang ist sie aber noch nicht dazu gekommen, und sie will nicht, dass ich da irgendwas vorwegnehme.

Die letzten Tage waren krankenhausextern recht abwechslungsreich. Wir haben mal wieder ein sehr schönes Tichu-Turnier hinter uns gebracht und anlässlich dessen auch netten Besuch gehabt. Das zweite Kind von Janni und Borch ist da, und das Spieleerfinderseminar erweist sich als überaus fruchtbar. Bin da richtig guter Laune…

Mehr ein andermal; ich bin wie üblich ein bisschen unter Zeitdruck.

(English) Miriam seems to like beef, although there is a tradition in Elissa’s family not to eat beef at all. Now we are happy that Miriam is putting anything into her mouth at all, but an entire cow? Ah well.

The solving of the birthday riddle will have to be postponed for another while, as Elissa wants to ask the same question on her own website, so I don’t want to spoil that fun. I won’t forget to publish it, I promise, but please be patient.

In other news: Last weekend, we held another Tichu tournament in Göttingen, which was fun and brought some dear guests to our house. Our friend Janni delivered her second kid, and that game inventing seminar I am attending has proved to be very inspiring. So I am in a rather good mood!

Werder klont Owomoyela!

Dezember 3, 2007

Werders schon unglaubliche Verletzungsserie will einfach nicht abreißen. Da können Ärzte und Physiotherapeuten sich ins Zeug legen, wie sie wollen: Vor jedem Spiel melden sich erneut zwei bis acht Spieler ab. Dass die verbleibende Rumpfelf trotzdem erfolgreich spielt, ist natürlich sehr erfreulich, aber man kann sich leider nicht dauerhaft darauf verlassen. Daher hat die Werder-Führungsriege jetzt einen ungewöhnlichen Weg beschritten, um für weitere Ausfälle gewappnet zu sein: Das Klonen.

Der Beweis für diese bislang strengstens geheimgehaltene Vorgehensweise fiel mir mit dem diesjährigen Adventskalender in die Hände, auf dessen Vorderseite sich eine ganze Reihe verdienter Werderaner im Nikolauskostüm tummeln. Darunter Patrick Owomoyela (fünfter von links, zu erkennen an der Nummer 15 auf der Hose und im Original auch am Gesicht) sowie Patrick Owomoyela (siebter von links, ebenfalls am Gesicht klar zu erkennen). Während der Aufnahmen müssen also mindestens zwei Patrick Owomoyelas auf dem Stadionrasen herumgelaufen sein. Der notdürftige Versuch, dies durch das Aufsetzen der Kapuzen zu kaschieren, ist gescheitert. Man beachte, dass die anderen Spieler im Angesichts der beiden Owomoyelas völlig gelassen bleiben. Vermutlich ist es für sie nichts Neues und sie haben selbst noch irgendwo einen Klon geparkt.

Werder-Adventskalender

Nun war Werder schon immer für innovative Ideen bekannt, aber dieser Schachzug ist einfach genial. Vor einem wichtigen Spiel verletzen sich mal wieder sechs Stammspieler? Kein Problem. Wir verheimlichen es der Presse und schicken einfach stattdessen den Klon. Ein Spieler ist schon zur Pause völlig außer Atem? Aus der Kabine marschiert an seiner Stelle der Klon. Die Bayern bieten 15 Millionen für einen Spieler, der eh wegwollte? Macht nichts, wir haben uns vorher noch eine Sicherungskopie gezogen. Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt. Zu klären wäre lediglich noch, ob ein Klon spielberechtigt ist, wenn sein Vorbild eine Gelb- oder Rotsperre abbrummt. Aber das ist ein Problem der Verbände und sollte uns nicht weiter belasten. Der Meistertitel dürfte uns sicher sein. – wenn andere Mannschaften das bahnbrechende Konzept nicht einfach kopieren.

Ein letzter Hinweis noch an Christoph Daum: Das Einwechseln eines vierten Klons sollte äußerst diskret geschehen.

(English) Our football team, Werder Bremen, published a little calendar. That is a popular German tradition: Every day, from the 1st to the 24th of December, you can open one little door and find some chocolate behind it. This year, however, I noticed that on the cover picture one player appears twice (fifth and seventh from the left). It seems that Werder Bremen’s management has decided to clone players in case someones gets hurt. Very clever move. :-)