Archiv für November 2007

Geburtstagsähnliche Zustände

November 27, 2007

Normalerweise ist es in Taiwan Tradition, dass ein Kind an seinem ersten Geburtstag ein ganzes Tablett voller Dinge vorgesetzt bekommt. Die ersten drei Dinge, nach denen es greift, sollen eine Aussicht auf die zukünftige Karriere des Kindes geben. Weil Miriam an ihrem Geburtstag ja nun ziemlich darniederlag und kaum die Augen aufkriegten, haben wir es in mehreren Etappen auf heute verschoben, da heute ja ihr eineinviertelter Geburtstag war. Hier seht Ihr das Tablett:

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Die Preisfrage für heute lautet: Welches der Objekte hat sie als erstes ausgewählt? In der Kommentarspalte dürft Ihr Eure Tips abgeben. In ein paar Tagen gibt es dann die Auflösung in Form eines kleinen Filmchens, in dem wir den historischen Moment festgehalten haben.

In der Zwischenzeit hat Miriam herausgefunden, wie groß sie eigentlich schon geworden ist. Seht selbst:

(English) One of the many traditions in Taiwan is to present a bunch of items to a baby on his or her first birthday. Whatever he or she grabs first is supposed to give a hint at a future career. In Miriam’s case we missed the crucial date as she was still heavily sedated after her Berlin Heart operation. So we postponed the big event until today (she turned one year and three months old today). Here’s a picture of the tray:

Now here is a question for all of you: What do you think she grabbed first? Please post your guesses as commentaries below. In a few days we will show you a little film that gives you the answer.

In the meantime, Miriam found out how tall she is (that’s the question I am asking her in the film).

Heiß und kalt

November 26, 2007

Obst fiel heute aus – die Birne, die ich mitgebracht hatte, erwies sich als innen ganz braun. Also mussten wir uns was anderes einfallen lassen. Äußere Umstände brachten uns dann auf Eis. Das mag jetzt vielleicht ein bisschen exotisch erscheinen, wo es doch saukalt und ungemütlich draußen ist. Allerdings wird im Zuge der Renovierungsmaßnahmen derzeit das Nachbarzimmer bearbeitet. Wie ich ja schon erwähnt hatte, betreten die Arbeiter die Zimmer von außen, nachdem sie die Fenster ausgehängt haben. Dadurch wurde es natürlich im Nachbarzimmer schweinekalt, was wiederum die stationsweite Klimaanlage auf den Plan rief, die die beiden benachbarten Zimmer in tropische Ferienparadiese verwandelte. Da kam dann Schwester S. halt auf die Idee, Miriam mal ein bisschen Eis anzubieten. Das war so ein kleines Becherchen voll Apfelsaft, das mit einem Holzstiel ins Tiefkühlfach gelegt worden war. Miriam war nach dem Betasten erstmal ziemlich skeptisch, fand dann aber ganz klar Gefallen an dem für sie neuartigen Konzept. Und ne Birne bringe ich dann morgen wieder mit.

Miriam isst Eis.

(English) Miriam tried some frozen juice today. Might sound a bit exotic, considering the outside temperatures. But as I had mentioned before, the workers who currently renovate the adjacent room come in through the windows, so that room is really cold. That triggers the heating in our room, so it was somewhat tropical today. After being hesitant at first, Miriam enjoyed the frozen juice.

Sport ist Mord!

November 23, 2007

Dass Sport ausgesprochen gesundheitsgefährdend ist, ist ja vielleicht keine ganz neue Erkenntnis mehr. Dass die gefährlichste aller Sportarten allerdings weder Kickboxen noch Dragsterfahren oder sowas ist, sondern das auf den ersten Blick eher unscheinbare Rhönradturnen, wurde mir erst durch einen Aktionstag am Klinikum Göttingen bewusst. Genauer wurde das leider nicht ausgeführt, aber das Bild spricht wohl für sich. Und einen kolossalen Unterbiss hat das Rhönradopfer sich offenbar dabei auch noch eingefangen. Leider ist das Beweisfoto sehr unscharf – aber glaubt mir einfach!

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Andere Sportarten sind dagegen ungefährlicher. Was mich allerdings dann geritten hat, mal so eine Kletterwand zu betreten, weiß ich auch nicht recht. Wahrscheinlich brauchte ich mal wieder ein kleines Erfolgserlebnis. Die Kletterwand stand schon seit ein paar Tagen in der Klinikumshalle herum, und einige nette junge Leute standen zur Einweisung bereit. Aber erstens hatte ich mich in den letzten Tagen nicht so sehr fit gefühlt, und zweitens hatte ich nie jemanden dort klettern sehen. Als ich nun gestern dran vorbeiging, hing jemand in der Wand. Ich hab dann da noch einen Moment rumgestanden und mich dann einfach mal drangewagt. So ganz meine Welt ist es nicht, aber es war auch irgendwie interessant. Diese ganzen Gnubbel und Mömpel an der Wand sind unterschiedlich wertvoll; manche sind prima Griffe, an denen man guten Halt hat, andere sind derartig rund, dass sie zumindest für Anfänger wie mich überhaupt keine ernsthafte Hilfe darstellen. Na ja, so nach fünf Metern oder so hatte ich dann genug, habe um ein Foto gebeten und mich runterseilen lassen. Immerhin war mir während des Kletterns die Höhe, in der ich hing, überhaupt nicht groß bewusst. Als ich wieder unten war, merkte ich allerdings, dass ich doch ganz gut ins Schwitzen geraten war und meine Arme auch ganz schön beansprucht waren. Im Ernstfall hätte ich mich dafür allerdings sicherlich auch noch besser aufgewärmt.

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Und sonst? Miriam hat vorletzte Nacht wieder ständig kotzen müssen. Das ist zwar eher doof und natürlich machen wir uns auch Sorgen darum, allerdings ist es diesmal mit Durchfall gepaart und daher vielleicht ganz unabhängig von den Medikamenten und dem Kunstherzen und der Ernährungsproblematik und vielmehr sowas, was ein Baby halt mal durchmachen muss. Man neigt ja ein bisschen dazu, alles was jetzt kommt, auf den Krankenhausaufenthalt zurückzuführen; dabei ist vieles, was wir erleben, auch das, was andere Eltern genauso kennen. Da haben wir es fast noch besser, weil wir nicht alles selbst waschen und neu beziehen müssen. Ich hoffe natürlich trotzdem, dass sie in ein paar Tagen wieder „fit“ ist, aber eigentlich ist sie das auch jetzt schon; sie lässt sich jedenfalls nichts anmerken, ist fröhlich und aktiv und so weiter.

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Schön für uns ist übrigens, dass das Elternzimmer erstmals seit ungefähr drei Wochen wieder zugänglich ist. Drumherum gab es eine Baustelle, so dass wir nicht mehr hineinkonnten und auch die Station über die Nachbarstation betreten mussten. Jetzt ist es andersherum; die andere Station benutzt unseren Eingang mit, weil ein anderes Teilstück des Flurs saniert wird. Das ist sicherlich ok, allerdings zeichnet sich die Bauleitung nicht unbedingt durch brilliante Planung aus. Zum Beispiel hingen die Umleitungs-Wegweiser für die aktuellen Zugangswege bereits einen Tag vor Beginn der Bauarbeiten. Wer also zufällig am Mittwoch erstmals zu unserer Station wollte, wurde auf unnötige Umwege geschickt. Und es wurde nebenbei auch ignoriert, dass auf der Umleitungsstrecke eine andere Fußbodensanierung im Weg war. Und die Schließung des Elternraumes wurde erst einige Stunden vor Beginn der Baumaßnahmen bekanntgegeben, so dass einige meiner Sachen (glücklicherweise nichts Wichtiges) drei Wochen lang in einem Schließfach ihr Dasein fristen mussten. Aber wie gesagt, das ist Vergangenheit, und jetzt können wir auch das Sofa im Elternzimmer wieder nutzen, was sehr, sehr wertvoll ist.

Dafür wird auch auf der Station selbst saniert. Da nicht alles gleichzeitig dichtgemacht werden kann, wird zimmerweise vorgegangen. Um die Belästigungen kleinzuhalten, werden die Fenster im jeweils zu bearbeitenden Zimmer herausgenommen und der Bautrupp rückt von außen an. So können die Türen zum Stationsflur und gegebenenfalls zu den Nachbarzimmern komplett geschlossen gehalten werden. Das wiederum ist ziemlich pfiffig. Miriams Zimmer soll allerdings nicht mehr vor Weihnachten an die Reihe kommen, so dass ich mir darum eh keine großen Gedanken mache.

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(English) Not only Winston Churchill warned us of the dangers that sports can mean for an unsuspecting body. I was, however, taken by surprise by the fact that wheel gymnastics can be so hazardous. That message was visualized by an exhibit in the hospital’s entrance halls. As I wasn’t ready to take such final risks, I tried climbing instead. It was an interesting experience, and I do not recall that I have ever been so exhausted after moving just a few meters. While it didn’t become my favorite activity, I am happy I tried it out. I guess I need the experience of success once in a while, and this was a free opportunity.

In the meantime, Miriam has been puking massively again. This time, however, it might not have anything to do with her general condition, but instead might be some digestive problem that other kids her age might also experience. She herself doesn’t seem to mind one bit, and we parents are probably lucky that a lot of the washing and sheet changing is done for us…

The part of the hospital which we are in is undergoing construction. That may be necessary, but it doesn’t seem to be planned all that well. At least we can access the parents’ waiting room again, which means there are lockers and a sofa again. That really helps, as we noticed in the last three weeks when they were working on it. The ward itself will also be renovated, but Miriam’s room isn’t due until after Christmas, so nothing to worry about right now. The workers actually enter the rooms that are being renovated from the outside, after taking out the windows. So no dust and dirt can get into the corridor or other rooms through any doors. Looks like a smart idea.

Erdbeer oder Waldmeister?

November 18, 2007

Waldmeister.

Mehr kann ich gerade nicht recht schreiben; ich sitze kränkelnd zu Hause und habe daher nicht viel Neues erlebt. Ich hoffe, dass es die Tage besser wird!

Sorry, nothing new – I am a bit sick and staying at home. More in a few days, I hope!

Bearlin Heart

November 17, 2007

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Die Firma „Berlin Heart“ hat uns einen Bären geschickt – einen Bären mit Kunstherz sozusagen. Warum der so bedröppelt guckt, kann ich auch nicht sagen. Und Miriam hatte das Herz innerhalb von zwei Tagen abgefummelt (zum Glück erweist sich ihr eigenes Kunstherz als wesentlich abfummelresistenter). Aber den Bären scheint sie sehr zu mögen, mit dem spielt sie des öfteren (ein Zuneigungsbeweis angesichts der vielen Kuscheltiere, die sie mittlerweile hat). Der Bär des Jungen im Nachbarbett wurde dafür auf andere Weise krankenhausreif gemacht. Sehr beeindruckend, wie ich finde.

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Dass wir schon zu lange im Krankenhaus sind, wurde mir neulich übrigens auf skurrile Weise bewusst, als mich eine Mitarbeiterin vom Reinigungspersonal, die vor der Nachbarstation zugange war, fragte: Sie arbeiten auch hier, ne? Tja, wir gehören wohl schon zum Inventar. Mittlerweile gibt es mehrere Schwestern, die kürzer auf der Station sind als wir (Ärzte und Ärztinnen rotieren ja sowieso mal).

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Gute Nachrichten gibt es aber für die deutsche Apfelwirtschaft: Heute habe ich Miriam mal einen Apfel serviert, und das hat ihr ziemlich gefallen, sie hat viele kleine Stückchen davon abgebissen und einen Großteil davon sogar vertilgt (nur wenige landeten im Bett). Und das, obwohl sie ja zermanschten Apfel nie so toll gefunden hatte. Ich muss sagen, das war eine kleine Überraschung. Morgen versuche ich es vielleicht gleich wieder damit, aber wir haben auch noch ein paar andere Ideen auf Lager.

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(English) „Berlin Heart“ sent us a bear – with a Berlin Heart. Pretty special. It looks a bit sad, but Miriam likes it (although the Heart came off after about two days – I am happy that Miriam’s own is a bit more sturdy…). Another boy’s bear was transformed into a hospital boy. Impressively real, don’t you think?

You know you’ve spent to much time in a hospital when…
…you talk to a cleaning lady in the corridor and she asks you: You work here, too, don’t you? Now there are some people on the staff who started their jobs after us, but still it feels weird.

On a brighter note, Miriam enjoyed eating little pieces of apple today. That was a surprise, as mashed apples had never been her favorite at all. But today’s eating session was very encouraging!

Miriam – verzweifelt gesucht

November 13, 2007

Bisse und Räume

November 10, 2007

Die Sondenverlegung war einigermaßen erfolgreich – und siehe da, seither hat Miriam kein einziges Mal mehr gekotzt. Sie hat sogar schon mal was von einer Reiswaffel abgebissen, die ich ja jetzt hingebungsvoll in ihrem Bett zu verzehren pflege. Ich bin da vorsichtig optimistisch, dass sie das Essen doch noch vernünftig lernt, ohne in eine Spezialklinik zu müssen.

Ansonsten heute nur eine kleine Sammlung von Fotos und Filmchen von Miriam, um Euch bei Laune zu halten. Man beachte Miriams Werder-Glückshemd. Kurz vor Anpfiff angezogen und zack – 4:0 gegen die Atomstromfreunde aus Karlsruhe. Harharhar!

Gute Nacht

Miriam und die Bürste

Miriam und die Flasche

Miriam und die Rassel

Nebenbei noch: Wir sind unseres Raumes für das Tichu-Turnier verlustig gegangen. Ich muss jetzt auf die Schnelle für den 1.12. einen neuen auftreiben – eine ziemlich vertrackte Mission angesichts der knappen Zeit und des Termins an einem Samstag Abend. Zwar haben wir noch ein paar Ideen, aber in Göttingen ist sowas doch ziemlich schwierig. Haltet mir die Daumen.

(English) Miriam has stopped puking after her feeding tube was shifted to a different position. She has even had a bite to eat (quite literally: ONE bite) by now. So I am somewhat optimistic that she can learn to eat again without any special treatment.

That’s more or less the news for today (except that the pub where we were to hold our Tichu tournament in December has canceled for that date – meaning I have to find a new room at short notice, which is rather difficult in Göttingen). Just enjoy the pictures and videos (please note Miriam’s fan shirt of Werder Bremen, our family’s favorite football team. We put it on her just before today’s game – and there you go, 4:0 against evil Karlsruhe, which is advertising for an electrical power company which is not only notorious for supporting nuclear power but also for dictating their club’s policies. In your face, Karlsruhe!).

192

November 7, 2007

Nein nein, heute war noch nicht der 192. Tag im Krankenhaus. Miriam scheint sich da verrechnet zu haben. Schwester L. hatte ihr nämlich einen Taschenrechner ins Bett gegeben und sie hatte fleißig darauf rumgetippt, und dann kam halt 192 raus. Na ja, vielleicht wollte sie auch einfach nur die Wurzel aus 36864 wissen. Auch den Spiegel fand sie heute wieder klasse.

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Jedenfalls war heute ein einigermaßen ereignisreicher Tag. Erstmals seit ihrer Operation am 24. August, bei der das Berlin Heart eingepflanzt worden war, konnte Miriam nämlich ihr Zimmer auf der Intensivstation verlassen. Nicht unbedingt für einen Spaziergang, sondern um im zweiten Stock ihre Magensonde verlegt zu kriegen. Diese soll nun nicht mehr in den Magen, sondern direkt in den Darm gehen. Damit soll die Kotzerei abgestellt werden. Leider konnte ich nicht bis zum Ende dabei sein, weil ich heute noch arbeiten musste. Aber den Gang nach oben habe ich noch mitgemacht. Das Berlin Heart, das angeblich 180 Kilo wiegt, lässt sich erstaunlich leicht schieben, aber es müssen natürlich mindestens zwei Leute dabei sein, eine Person für das Herz und eine für den Kinderwagen. Jedenfalls war es ein aufregendes Gefühl, mal wieder aus dem Zimmer rauszukommen – Miriam ist allerdings erst unterwegs aufgewacht. Dann aber fand sie es sichtlich interessant und hat nicht einmal protestiert, als ich schließlich rausgehen musste.

Apropos Abschied: Ich war ja in letzter Zeit immer stolz wie Oskar gewesen, weil Miriam gelegentlich „Baba“ gesagt hatte. Allerdings kommen mir jetzt langsam doch noch Zweifel, ob sie damit wirklich mich meint. Wenn sie nämlich „Baba“ sagt, fängt sie an, zur Tür rauszuwinken. Vielleicht meint sie „Bye bye“ (ausgesprochen ungefähr wie von Kyra Sedgwick in „The Closer“)? Ich arbeite weiter dran.

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Gestern habe ich mir übrigens was sehr interessantes geleistet. Ich nehme erstmals seit längerer Zeit wieder die Möglichkeit wahr, einen kostenlosen Kurs bei der Volkshochschule zu belegen. Meine Wahl fiel auf „Spiele erfinden – wie geht das?“ von Reinhold Wittig. Der Kurs findet bei ihm zu Hause statt, was natürlich erstmal ungewöhnlich für einen VHS-Kurs ist. Und obwohl ich gestern nach dem Kurs noch dachte: Nette Aufwärmsitzung, aber ich muss erstmal abwarten, was dabei rauskommt, habe ich heute Nachmittag, inspiriert von einigen Ideen von gestern, mal eben ein Spiel erfunden, als ich mit dem Fahrrad im strömenden Regen nach Hause gefahren bin. So kann es weitergehen. Ich will mich dadurch natürlich nicht allzusehr von dem Ding ablenken lassen, das ich gerade mit Till zusammen plane, aber mal ein paar andere, kleinere Ideen dazwischenzustreuen ist vielleicht auch eine ganz gute Sache. Jedenfalls freue ich mich schon auf die nächste Sitzung in zwei Wochen und werde mal sehen, ob ich bis dahin einen Prototyp von meiner heutigen Idee basteln kann.

(English) Today was an exciting day: Miriam was able to leave her room for the first time since late August. Her feeding tube was to be shifted from her stomach into her intestines, which wasn’t done in the ward, but on the second floor. So one person pushed the heave machinery, I pushed the pram and another nurse was on standby. Miriam was asleep when we left, but after she woke up, I think she liked the idea of seeing something different for a change. She didn’t even protest when I left the room to go to work.

She can now say „Baba“ very clearly. I am just not so sure what she means, as she is usually waving when she says it, so maybe she means „Bye bye“ (Southern US accent)? I will run some further tests to find out.

Yesterday I started a new class at our local community college, where I also work as a teacher. We can get one free course per semester, so I signed up for a game inventing seminar with Reinhold Wittig, probably the first game author I knew by name about 25 years ago. After the first session sank in for a day, I felt inspired already and designed a game idea on my way home from the hospital. Don’t know if it is any good, but looks like it’s worth a try. So I am really looking forward to the next session in two weeks.

Die Fütterung

November 4, 2007

Da Miriam das Essen jetzt völlig verweigert (was mittlerweile meine größere Sorge ist als die Kotzerei) und weil die Sondenentwöhnung per Entzug eben vor der Transplantation nicht ratsam ist, weil die Kinder bei sowas immer erstmal tüchtig abnehmen, bleibe ich am Ball und versuche, Miriam die Freuden des Essens auf andere Weise näherzubringen. Eine Methode hierzu ist es, ihr eine Schüssel mit Brei ins Bett zu stellen, sodass sie damit selbst rumfuhrwerken kann. Die Logopädin hatte ja angemerkt, dass Miriam dadurch, dass sie nicht krabbelt, eine Menge haptischer Erfahrungen entgehen würden. Und in der Tat, Miriam fasst Neues (und oft auch Altbekanntes) in der Regel erstmal mit dem ausgestreckten Zeigefinger an. Ein bisschen Spielen mit dem Essen scheint da eine sinnvolle Erfahrungsergänzung zu sein. Noch vielversprechender ist aber vielleicht etwas ganz anderes, worauf wir aus irgendwelchen Gründen gar nicht so recht selbst gekommen waren (danke für den Hinweis, Susi :-) . Ich habe daher angefangen, nicht nur Brei ins Bett zu stellen, sondern auch selbst zu essen. Miriam hat uns schließlich seit fünf Monaten nicht essen sehen, und sie braucht natürlich Vorbilder. Den ersten Fütterungserfolg könnt Ihr auf dem folgenden Filmchen bewundern.

Ansonsten war erstmals seit längerer Zeit Opa Henning aus Bremen zu Besuch. Und zum ersten Mal mit etwas Ruhe, über zwei Tage verteilt. Das war sehr schön, nicht nur für uns und Miriam, sondern wohl auch für ihn selbst, weil Miriam ja auch immer ein bisschen Zeit braucht, um mit Leuten warm zu werden. Allzu lange dauert das normalerweise nicht, aber wenn man nur mal kurz vorbeihuscht, dann erlebt man sie meist nicht so, wie wir es tun.

Papa und Miriam

In den Spiegel gucken darf Miriam jetzt auch. Nach taiwanischer Tradition (-> Leben in Taiwan -> Regeln und Tabus) sollen kleine Babys das nicht tun. Aber mittlerweile hängt ein Handspiegel in ihrem Bett, so dass Miriam seit einigen Tagen erfahren kann, wie sie selbst aussieht. Das tut sie mit großem Interesse, und auch wir haben Spaß daran, wie man sehen kann.

Spiegel

(English) Miriam refuses all food except through the tube. In order to change that, I am trying to be a model for her. With mixed results, as you can see in the following little film.

In other news, my dad visited us for two days this week. That was great, as Miriam always needs a while to get used to the presence of new people, and lately my parents were only there briefly each time. Miriam and her granddad get along well, so I hope he can come back in the not so distant future.

Miriam is now allowed to look into a mirror. Little babies are not supposed to do that, according to Taiwanese tradition. But now she is old enough to explore her own looks which she likes to do. And so do we, as you can see in the photo.