Archiv für September 2007

Nix Neues

September 29, 2007

Liebe Leute,

im Moment habe ich von hier nicht zu viel Neues zu berichten. Dafür bin ich derzeit etwas übermüdet – Elissa ist immer noch krankheitsbedingt zu Hause und ich muss die Betreuung allein stemmen. Daher heute nur das übliche Miriam-Filmchen. Ich glaube, man sieht, dass es ihr sehr ordentlich geht. Oder?

Immerhin habe ich es mir redlich verdient, nach einem anstrengenden Tag nach Hause zu kommen und von einem 8:1 gegen Bielefeld zu erfahren. Sowas bringt verbrauchte Energie zurück. :-) Morgen habe ich tendenziell auch nicht viel mehr Zeit, weil wir endlich mal wieder tichieren. Ich melde mich aber nach Kräften.

Bis denne,

HilkMAN

Jetzt drehen sie völlig durch.

September 28, 2007

Vorgestern habe ich mich noch über das Fernsehen aufgeregt, jetzt brechen alle Dämme. Die Bildzeitung ist in der Beziehung ja ohnehin berüchtigt, aber das Titelfoto fand ich trotzdem ein starkes Stück:

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Dass jetzt aber auch das Göttinger Tageblatt mit seiner Titelseite auf das Thema aufspringt und insbesondere ein Video des Frühchens nach der Geburt zum Download anbietet (sorgfältig als „dramatisch“ gekennzeichnet), war doch einen Moment lang überraschend. Nicht, dass das GT jetzt irgendwie Gefahr laufen würde, in einem Atemzug mit ernstzunehmenden Tageszeitungen genannt zu werden, aber ich glaube ja immer noch an das Gute in der Welt. Vergeblich, wie es scheint. Um das nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, schlage ich vor, alle mit dem Kimberley-Thema beschäftigten „Journalisten“ nach Birma zu verlegen. Dort werden dringend Leute gebraucht, die reißerische Filme drehen können.

Und nun noch ein garantiert skandalfreies Filmchen von Miriam. Achtung: nicht dramatisch.

The HilkMAN is upset about those „journalists“ who are making a dramatic story about a little girl in our ward. She was born with only 300 grams and survived. I am happy for her and her parents, but don’t approve of commercial camera teams in a hospital ward. And the newspapers are going too far, too.

Paparazzi auf der Intensivstation

September 26, 2007

Als ich am Samstag in Bremen war, zeigte mir meine Mutter einen Artikel im Weser-Kurier. Zu sehen waren ein lächelndes Baby und ein lächelnder Arzt. Letzterer ist Oberarzt an der Station 0133, also unserer Nachbarstation, wo die Frühchen liegen. Beziehungsweise er war Oberarzt dort, denn heute war sein letzter Arbeitstag vor seinem Wechsel an ein anderes Krankenhaus. Ich würde vermuten, diesen letzten Arbeitstag hat er sich anders vorgestellt.

Das Baby, Kimberley, ist wohl derzeit Deutschlands bekanntestes Baby. Mindestens. Selbst in Kroatien will jemand über das kleine Mädchen gelesen haben, das mit 300 Gramm Geburtsgewicht auf die Welt kam und jetzt soweit aufgepäppelt werden konnte, dass es nach Hause entlassen werden kann. Ihr scheint es auch gut zu gehen. Das ist eine seltene Sache und natürlich eine große Erleichterung für die Eltern und deren Umfeld. Und von mir aus auch eine Meldung in einer Zeitung wert.

Aber dass jetzt jeder letzte Fernsehsender auch noch darüber berichten muss, geht mir ziemlich gegen den Strich. Ich habe ja nicht schlecht gestaunt, als heute ein vollausgerüstetes Kamerateam (von einem Sender namens N24) durch die Station stapfte. „Vollausgerüstet“ heißt dabei: Mit Kameras und Mikrophonen, nicht etwa mit den für alle anderen Anwesenden obligatorischen Schutzkitteln (wir erinnern uns: Ansonsten dürfen nur Eltern und Großeltern auf Station). Dann habe ich erfahren, dass das das DRITTE Fernsehteam am heutigen Tag war. Und als ich vom Mittagessen zurück auf Station ging, sah ich auch noch einen improvisierten Wegweiser zum „Pressegespräch – Extremfrühchen hat es geschafft!“. Ja, wirklich mit Ausrufezeichen. Geht’s noch? Das Ausrufezeichen darf die Bildzeitung gern setzen, aber sowas halte ich nicht für die Aufgabe des Klinikums. Ich habe irgendwie den Drang verspürt, diesen sogenannten „Journalisten“ beim Verlassen der Station hinterherzufilmen. Meinerseits natürlich journalistisch sauber, ohne Gesichter zu zeigen oder aufdringlich nahe heranzugehen oder auch nur andere Anwesende zu stören. Vielleicht sieht es ja zufällig mal einer von denen und lernt was draus. Danke schön.


Miriam war von all dem natürlich mal wieder völlig unbeeindruckt. Sie ist derzeit ziemlich damit beschäftigt, zu nicken. Das hat sie vor ungefähr zwei Tagen neu gelernt und tut es seitdem sehr eifrig. Heute, als Schwester C. sie aus dem Bett auf meinen Schoß hieven wollte und das auch verbal ankündigte, sagte Miriam plötzlich herzhaft „Ja!“. Ich plane in den nächsten Tagen herauszufinden, ob das Absicht war.

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Ansonsten wächst und gedeiht sie. Das mit dem Essen klappt zwar noch nicht so super, aber den größten Teil kriegt sie ja eh noch durch die Magensonde. Die Oberärztin will das aber demnächst wohl mal ändern, indem sie mal einen Tag oder so die Sondennahrung einstellt. Vielleicht isst Miriam dann mehr. Mal sehen. Ihre Haare auf diesem Foto beweisen jedenfalls endgültig, dass sie wirklich meine Tochter ist…

Diktatoren mögen einander.

September 26, 2007

Zwischendurch mal etwas, das gar nicht zu Miriam oder zum Krankenhaus gehört: Ich kann irgendwie angesichts der eventuell bevorstehenden Massaker in Birma nicht so richtig stillhalten. Für diejenigen, die das noch nicht wissen: Mein Studiengang war damals „Tibetologie und Birmanistik“. Meine Birmanischkenntnisse, die nie überragend waren, beschränken sich zwar mittlerweile darauf, dass ich unfallfrei „Die kleine Katze“ sagen kann (das war der Titel des ersten Kapitels im Lehrbuch), aber als ich damals mit dem Studium anfing, war das letzte größere Massaker in Birma gerade mal drei Jahre her und noch ziemlich präsent, daher fühle ich mich von der aktuellen Situation vielleicht stärker berührt als manch andere Leute. Ich hoffe inständig, dass es diesmal glimpflicher ausgeht als im August 88, und dass vielleicht das Militärregierungsgesocks endlich in einigermaßen gesitteter Weise zum Teufel gejagt werden kann. Bush hat ja vor einigen Tagen Sanktionen gegenüber denjenigen angekündigt, die das birmanische Regime unterstützen. Ob er weiß, dass er damit Sanktionen gegen China angekündigt hat? Dass selbst die chinesische Führung angeblich mäßigend auf die Junta in Naypyidaw einwirkt, liegt vermutlich vor allem daran, dass sie ihren ihre Weltspitzenstellung bei der Niederschlagung unbewaffneter Aufstände ungern an einen ihrer Vasallenstaaten abgeben möchte. Hoffen wir das Beste. Wie ich soeben las, war das aber ohnehin nicht ernst gemeint.

Zurück in Göttingen

September 24, 2007

(English below) Schon vor meiner Abfahrt nach Bremen hatte sich eine aufziehende Erkältung bei mir bemerkbar gemacht. Als ich am Sonntag Mittag wieder am Krankenhaus eintraf, war mir schon klar, dass ich nicht ohne Mundschutz würde reindürfen. Da es ohnehin kurz vor der Mittagspause war, ging ich erstmal von außen ans Fenster und besuchte meine Familie durch eine virensichere Glasscheibe. Das sah dann ungefähr so aus:

Von innen hingegen so:

Nach der Pause habe ich mich dann allerdings auf Absprache mit der Ärztin doch reinbegeben, natürlich mit Mundschutz. Heute war ich erneut nur maskiert drin, und die nächsten Tage werde ich wohl auch noch vorsichtig sein. Immerhin fühle ich mich langsam ein bisschen besser.

Miriam ist nach wie vor einigermaßen fidel, aber ich war gestern und heute in ihrer Gegenwart ein bisschen wortkarg, weil ich meine Stimme schonen wollte. Ich glaube, ich war hauptsächlich körperlich anwesend, aber auch das schien sie schon zu freuen. Ich hoffe, dass ich bald wieder richtig fit bin, um die Besuche auch selber mehr genießen zu können.

Immerhin kriegte ich noch mit, dass Miriam beim Angucken ihres Tierbuches vernehmlich „Mama“ sagte, als Elissa auf das Schwein zeigte und ein bisschen grunzte…

(English update) After a short trip to Bremen on the weekend for a high school reunion, I was back in Göttingen on Sunday. Now I am having a cold, so I can only go in with a mask. My voice isn’t exactly back on track either, so the visits in the hospital aren’t as much fun as I would like them to be. But Miriam seems fine and enjoying my presence despite the mask.

When Elissa showed her a picture of a pig in Miriam’s animal book and made some grunting noises, Miriam looked at the pig and said „Mama“. :-)

I’m Horny…

September 23, 2007

Jetzt erstmal was, was nichts mit Miriam zu tun hat. Am Samstag war ich in Bremen, weil das Gymnasium Horn seinen 40. Geburtstag feierte. Wir hatten versucht, möglichst viele Leute aus unserem Jahrgang zu mobilisieren, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Das hat trotz der 18 Jahre seit unserem Abi auch ganz ordentlich funktioniert, wir waren definitiv einer der am stärksten vertretenen Jahrgänge. Dabei hatte es am Anfang gar nicht so gut ausgesehen. Es begann mit einer Veranstaltung in der Schule selbst, die um 16 Uhr beginnen sollte. Ich war ein bisschen zu früh da und hatte Gelegenheit, ein bisschen in der Schule herumzuwandern. Allerdings traf ich dabei kaum jemanden, den ich kannte, und ich hatte doch damit gerechnet, dass einige Leute, die ich kannte, schon nachmittags schon auftauchen würden. Das beschränkte sich dann im Wesentlichen auf zwei ehemalige Mitschüler, Max und Matzi, wobei letzterer immerhin seinen Bruder (vor unserer Zeit auf Horn) und sein noch einigermaßen frisches Töchterlein mitbrachte. Aber immerhin.

Matzi mit Jette

Nachdem dann einige in den hinteren Reihen schwer zu verstehende Reden gehalten worden waren, seilten wir uns ab und sahen uns um. Die Schule war noch ganz gut zu erkennen. In einem Flur war ein „Zeittunnel“ eingerichtet worden, in dem ein Zimmer für jedes Jahrzehnt stand. Das war so ein bisschen museumsartig und durchaus aufwendig und nett gestaltet, aber nicht unbedingt so speziell auf unsere Schule bezogen. Ansonsten gab es eine Reihe von Ständen mit Kuchen, Sekt und so weiter, und ein paar Ausstellungen und Aktivitäten in einigen Räumen. Leider waren die meisten Klassenräume verschlossen. Aber für einen kleinen Nostalgie-Anfall reichte es allemal. Sehr nett war der (mehr…)

Schnief…

September 21, 2007

(English news below). Jetzt ist das passiert, was ich eigentlich um jeden Preis vermeiden wollte: Bei mir zieht eine Erkältung auf. Einige Anzeichen gab es schon tagsüber, mein Hals kratzte und ich dachte mir schon, dass da was im Anflug sei. Vorsichtshalber habe ich mir eine Gesichtsmaske aufgesetzt, als ich bei Miriam war, und bin nicht so nahe rangegangen. Seit heute Abend weiß ich, dass das eine gute Idee war. Morgen bin ich ja ohnehin in Bremen, aber ich muss mal sehen, wie schnell ich mich danach wieder ins Krankenhaus wage. Lieber ein bisschen zu vorsichtig sein, denke ich. Aber Fotos und Filmchen kann ja auch Elissa machen, und ich kann in der Zwischenzeit vielleicht ein paar nette Fotos vom Schuljubiläum machen, auf dem ich mich morgen rumzutreiben gedenke.

Na ja, weil deshalb (und auch angesichts des heute mageren Zuspruchs von dreikommafünf Leuten) der Tichu-Treff ins Wasser fiel, habe ich immerhin Zeit, noch mal ein kleines Filmchen hochzuladen. Das will ich mir nicht nehmen lassen, weil Miriam heute nämlich ganz besonders gut drauf war, und mich das sehr aufgebaut hat. Seht selbst:

Check out the little film – Miriam was in an excellent mood today, much better than mine, I dare say. I am getting a cold, so I might have to stay away from her for a little while. I will be traveling for a day tomorrow anyway, but if Elissa takes any good photos or films, I will be happy to upload them.

Stöhn…

September 20, 2007

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(English summary below) Diese Woche war wie erwartet: Morgens Kurs, abends Kurs, dazwischen Krankenhaus, am Abend noch Stunden vorbereiten und ein bisschen vor mich hinstöhnen. Bin entsprechend erledigt. Immerhin habe ich mir zwischendurch erlauben können, mal eine Kneipe aufzusuchen und Real gegen Werder zu gucken. Trotz der Niederlage war’s nicht so schlecht, darauf kann man aufbauen. Ebenso wie auf der Tatsache, dass ich hinterher trotz insgesamt nicht besonders guter Luft nicht nach Rauch gestunken habe. Das neue Rauchverbot sei gepriesen. Im Peron 68, das als Werder-Kneipe etabliert werden soll, wird noch gequarzt, dafür ist das KAZ schon betretbar und war auch ganz gut voll. Mal sehen, wie es sich weiterentwickelt. Zwischendurch kamen immer mal versprengte Schalke-Fans rein und fragten verzweifelt, ob es irgendwo zumindest die Konferenz zu sehen gäbe. Das Problem war mir auch noch neu.

Miriam geht es unverändert, aber auf erfreulich hohem Niveau. Schritt für Schritt werden die Infusionen zurückgefahren. Uns ist in Aussicht gestellt worden, dass in einigen Tagen wohl der ZVK gezogen werden kann. ZVK steht für „Zentraler Venenkatheter“ und ist diese Ansammlung von Schläuchen, die in Miriams Schulter münden. Dann muss zwar das blutverdünnende Heparin zweimal täglich ins Bein gespritzt werden, was aber insgesamt weniger entzündungsanfällig ist als der ZVK. Und mal wieder einen Pulli tragen können ist ja auch was Feines.

Ansonsten kommt jetzt gelegentlich morgens eine Erzieherin für Miriam auf die Station, wo sie auch noch andere Kinder betreut. Sie kommt halt manchmal, wenn wir nicht da sein können. Das ist ziemlich nett, weil sie natürlich nicht nur Miriams latente Langeweile verringern kann, sondern auch mal ein Buch oder so mitbringt, das Miriam nicht kennt. Wir haben ja schon eine ganze Menge Spielzeug und Bücher in ihrem Zimmer stationiert, aber auf die Dauer wiederholt sich da ja doch einiges. Da kommt ein bisschen Abwechslung gerade recht.

So, jetzt ist wohl noch mal bis Sonntag Funkstille. Am Samstag fahre ich zum 40. Geburtstag meines Gymnasiums (ätsch, ist älter als ich) nach Bremen, und morgen bin ich auch ziemlich gut ausgelastet. Danach sollte es ruhiger werden, dann schreibe ich hoffentlich auch wieder ausführlicher. Danke der ganzen Nachfragen, ich tue beantwortungstechnisch, was ich kann.

English summary:

Miriam is rather stable right now. We are hoping that her perfusors (the permanent infusions she is getting) can be switched off in a few days and the tubes leading into her vein can be removed. She is generally happy and playful, so it is usually fun to be with her. I am a bit exhausted from too much work this week, and there will be no more new postings until about Sunday. I will try to add English summaries to most new and some of the older postings in the future. Thanks for tuning in!

110. Tag

September 16, 2007

Sieht so aus, als könnte ich an den Wochenenden weniger schreiben als an anderen Tagen. Das mag Leuten mit geregeltem Wochenablauf seltsam vorkommen, aber während ich bei meinen Besuchen im Krankenhaus eine einigermaßen geregelte „Arbeitszeit“ habe (normalerweise von etwa 11 bis 20 Uhr), gibt es dabei eben keine Wochenenden. Vielmehr sind die Wochenenden eher die Tage, wo wir uns häufiger mal am Abend noch was vornehmen. Am Freitag spielen wir ja quasi immer Tichu, und am Samstag ist auch immer mal noch was. Da komme ich eben nicht so leicht zum Bloggen. Nächstes Wochenende wird das sicherlich nicht besser, weil ich von Samstag früh bis Sonntag Mittag nach Bremen fahren will. Das ist dann das zweite Mal in fast vier Monaten, dass ich Göttingen verlasse. Eine ziemlich seltsame Quote für meine Verhältnisse.

Das heißt aber übrigens nicht, dass ich die Wochenenden nicht genießen würde. Dieses Wochenende war ja auch noch Sonderparteitag der Grünen in der Lokhalle in Göttingen. Und darüber habe ich mich sehr gefreut – nicht etwa, weil ich auf meine alten Tage noch Sympathien für irgendwelche etablierten politischen Parteien entwickeln würde, sondern weil mein lieber Freund Yassin, der bei Spiegel Online für Terrorismus, Neonazis und Grüne zuständig ist, deshalb nach Göttingen kommen konnte. So konnten wir nicht nur am Freitag immerhin nach 23 Uhr noch eine halbe Runde Tichu zusammen spielen, sondern uns auch am Samstag zum Frühstück im Intercity-Hotel treffen (frage mich, warum die das nicht bei Gelegenheit mal in ICE-Hotel umbenennen, wenn sie doch auf ihre Hochgeschwindigkeitszüge so stolz sind).

Bei der Gelegenheit war ich dann auch erstmals seit 1991 in der Lokhalle (abgesehen vom Cinemaxx-Teil). Damals hatte ich mal im Arbeitsamt gejobbt und mich in der Mittagspause in die Lokhallenruine zurückgezogen, wo in der riesigen trümmerübersäten Halle gelegentlich ein einsamer Saxophon-Spieler übte. War sehr schön, und ich hatte mich immer darüber gefreut, dass das Ding nicht abgerissen wurde. Die neue Gestaltung ist auch ziemlich gelungen, wie ich finde; es wird von der alten Atmosphäre noch einiges bewahrt.

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Am Samstag war dann auch noch Nachbarschaftsfest bei uns vorm Haus, wo ich mir dann mal krankenhausfrei genommen und einen kleinen Flohmarktstand aufgebaut habe. So hatte ich Gelegenheit, ein paar alte Bücher zu verkaufen beziehungsweise teilweise zu verschenken. Nett war, dass an den Bäumen so größere Plakate mit Fotos von vielen NachbarInnen samt Namen aufgehängt ware. So konnte ich mein Namensgedächtnis ein bisschen aktualisieren. Sehr gute Idee, und es war überhaupt ziemlich nett.

Aber das interessiert jetzt wahrscheinlich die meisten von Euch weniger, die Ihr ja vor allem wegen Miriam hier sind. Daher also hier die neuesten Fortschritte:

Heute Nachmittag konnten wir Miriam erstmals aus dem Bett in einen Kinderwagen setzen. Nicht zum Herumfahren (das wäre wegen der Schläuche noch ein wenig umständlich), aber einfach mal, um einigermaßen vernünftig sitzen zu können. Ich würde sagen, sie fand das ziemlich klasse. Dann haben wir wieder angefangen, ihr Vierkornbrei (für Miteltern: den von Alnatura) zu verfüttern. Wir wollen Miriam erstmal vegetarisch ernähren, und im Klinikumssortiment gab es da nicht so eine Riesenauswahl, daher hatten wir das Zeug selbst mitgebracht. Der Erfolg war durchschlagend. In den letzten Tagen hatten wir uns schon gefreut, wenn Miriam mal zwanzig Gramm von irgendwas per Löffel zu sich nahm (den Rest der Mahlzeiten kriegt sie in Milchform sondiert, also durch einen Schlauch direkt in den Magen), ohne zu ermatten. Beim Vierkornbrei kam sie heute Abend auf pompöse 56 Gramm. Danach war sie ziemlich k.o.-gefüttert, darum habe ich aufgehört – obwohl sie in den seltener werdenden Momenten, in denen sie die Augen offen hatte, auch den Mund meist nochmal aufsperrte. Aber wir wollen es auch nicht übertreiben, das kann langsam gesteigert werden, hoffe ich.

Breifreude

Also alles ganz in Ordnung; Miriam ist meist fröhlich und zu Späßen aufgelegt, außerdem immer besser genährt. So kann es weitergehen.

Jetzt noch ein Hinweis, den weiterzugeben einen guten Zweck erfüllt: Am Mittwoch Nachmittag macht Robert Enke (Torwart von Hannover 96) ein Fußballtraining für Kinder in Göttingen (sozusagen neben dem Klinikum). Da wird wohl Kuchen und so weiter verkauft; der Erlös geht dann an Gekko, das ist die lokale Gruppe von Eltern herzkranker Kinder. Die Gruppe ist sehr nett und hat sich einen schönen Erfolg der Veranstaltung verdient. Ich hänge das Flugblatt mal als pdf-Datei an (eventuell öffnet sich erst eine andere Seite, auf der Ihr es noch mal anklicken muss, ich weiß nicht, wie man das besser einbinden kann).

Flugblatt zur Veranstaltung mit Robert Enke

So, nächste Woche bitte ich wieder um Geduld. Ich muss recht viel arbeiten, sowohl morgens als auch abends, und dazwischen bin ich halt im Klinikum und nachts schlafe ich. Ist aber in dieser Form nur für eine Woche. Die geht auch noch irgendwie rum.

Platzhalter…

September 16, 2007

Liebe Leute,

das Wochenende ist bei mir immer ein bisschen voll (zumindest die Abende, wo ich normalerweise am Blog herumschreibe). Daher bitte ich noch um ein wenig Geduld; ich habe Euch nicht vergessen. Zur Abkürzung der Wartezeit hier noch ein kleines Filmchen, in dem Miriam Euch wichtige Botschaften mitteilen möchte. Bis bald!

HilkMAN