BLOG-UMZUG!

Februar 18, 2008 by hilkman

Liebe Leute,

wie seit langem angekündigt, zieht dieses Blog nun um. Ihr findet es ab sofort hier.

Bis bald,

HilkMAN

(English) This blog has moved! Please go here to find it.

See you there,
HilkMAN

Raus aus dem Bett.

Februar 17, 2008 by hilkman

Heute hat Miriam zum ersten Mal auf Elissas Schoß gesessen, und das für eine ganze Weile. Das erforderte natürlich deutlich mehr Vorarbeiten als vorher, denn es sind doch eine ganze Menge von den kleinen Perfusor-Schläuchen, die an ihr dranhängen, und da will man ja nicht versehentlich irgendwas rausziehen oder so.

Es geht Miriam jedenfalls beeindruckend gut. Heute war sie, genau wie gestern, mittags ein bisschen platt. Ihr Blutdruck war dabei jeweils deutlich höher als gewünscht. Nachmittags legte sich das allerdings, und sie quasselte wieder viel, und auch der erste Anflug eines Lächelns erscheint gelegentlich mal auf ihrem Gesicht. Abends hat sie dann allerdings ihre (noch moderate) Mahlzeit wieder rausgekotzt. Das wird noch etwas dauern, bis es damit besser klappt, schätze ich. Essen war ja nie so ihre Stärke.

Wie auch immer, wir bleiben vorsichtig optimistisch und versuchen, uns auch an kleinen Fortschritten zu freuen (darin sind wir ja einigermaßen geübt). Aber ich bin nach wie vor gehörig erschöpft, und ob ich so schnell wieder zu Kräften komme wie die unverwüstliche Miriam, wird sich zeigen.

(English) Miriam sat on Elissa’s lap for a long time today. That requires a greater logistical effort than before, what with all those perfusor tubes that she is still connected to and that you don’t want to risk pulling out, of course.

In any case, she continues to impress us much. She was a bit out of strength around lunch, same as yesterday, but afterwards she seemed very fine, talking much and even slowly beginning to smile again. In the evening, however, she puked out an entire (small) meal. That will take some time to get better, as eating has never been her strongest point anyway.

We remain carefully optimistic and try to enjoy even little progress (I guess we are rather good at that by now). But I am still very exhausted, and whether I can recover as speedily as Miriam, only time will tell.

“Bu!”

Februar 16, 2008 by hilkman

Heute war ich erstmals richtig länger bei Miriam. Und wieder war der Unterschied zu gestern greifbar. Sie redet jetzt wieder fleißig, auch wenn sie sich längere Pausen dabei gönnt. Außerdem trinkt sie Milch. Durch den Mund! Na ja, nur ein bisschen. Aber wer hätte das vor der OP gedacht? Da scheint es sich doch auszuwirken, dass sie erstmals seit langem Hunger hat. So etwas Ähnliches wie ein Lächeln kommt auch ab und zu schon durch, wenngleich das für ihre Verhältnisse noch eher zaghaft ist. Und wenn man sie allein im Zimmer lässt, weint sie herzzerreißend. Zum Glück müssen wir das ja nicht so fürchterlich oft machen. Und sobald ich heute den Raum wieder betreten hatte, hörte sie augenblicklich auf und freute sich (es reicht nicht, beim Anlegen der Maske durch das Fenster neben der Tür sichtbar zu sein, ich muss wirklich rein).
Sie liest auch wieder Bücher. Ein paar habe ich ihr heute mitgebracht. Zwar habe ich die derartig großflächig mit Desinfektionsmittel eingesprüht, dass sie schon Auflösungserscheinungen zeigen, aber das ist mir durchaus egal. Im Zweifelsfall müssen wir das eine oder andere nochmal nachkaufen. Und Bücher brauchte sie. Heute zeigte sie auf ihren Nachtschrank (der in einiger Entfernung steht, so dass sie selbst nicht drankommt) und sagte: „Bu(ch)“. Derart eindeutige Wunschäußerungen kannte ich von ihr noch gar nicht. Bislang waren meine Hoffnungen ja nur darauf gerichtet, dass sie ihren Vor-OP-Stand wieder erreicht. Aber sie wäre nicht Miriam, wenn sie nicht auch schon wieder Neues dazulernen würde.
Fotos und Filme mache ich im Moment nicht so viele, da bitte ich um Nachsicht. Ich kann die Kamera zwar mit reinnehmen, desinfiziere mir nach Gebrauch aber immer erstmal die Hände. Und die sind schon ganz rauh und brauchen mal eine kleine Pause. Ein paar Sachen sind aber entstanden, und bei Gelegenheit kriegt Ihr die sicherlich auch mal zu sehen (und zu hören).
Was den körperlichen Zustand betrifft, macht ihr hoher Blutdruck nach wie vor ein paar Sorgen. Heute war der allerdings auch nur bis mittags hoch, am Nachmittag hatte er ein deutlich vernünftigeres Niveau erreicht. Was jetzt alles für Medikamente durchlaufen, da habe ich mir auch noch keinen wirklichen Überblick verschafft. Aber die dürften ja auch bald wieder reduziert werden, damit beschäftige ich mich lieber erst, wenn einigermaßen abzusehen ist, welche davon übrig bleiben.

(English) I was with Miriam for a longer time today. Her progress continues to astonish me. She is talking, although not 24/7 (as she did before the operation). Also, she drank some milk (through the mouth! Who’d have thought?) and was occasionally trying to smile carefully. Her good spirit surely hasn’t left her. She does suffer from being alone in the room, though, and cries much when she is. Even when I am putting on my mask outside the room, which she can see through the window, she doesn’t stop – only when I open the door and enter, it is immediately peaceful again.
She also starts to read again. I had to disinfect the books I brought. Massively. The books aren’t too happy with that treatment. So I guess we will have to buy some of them again later. But so what?
The most astonishing thing for me right now is that she is no longer just trying to regain her strength from before the operation, but already started learning new things again. Some new words and usages came out today, which made me very, very happy.
As for her physical condition, her blood pressure is still too high. But in the afternoon it wasn’t too bad. I don’t really know the individual meaning of each of the infusions. I will try to catch up when they have been reduced to a smaller number.
I am not taking so many pictures and films at this point. I can take the camera in, but after using it, I am always disinfecting my hands. And my hands are beginning to be rather rough, so I don’t want to overdo it. In due time you will see more, of course.

Es geht voran.

Februar 15, 2008 by hilkman

Schrittchen für Schrittchen geht es voran. Heute bin ich zum ersten Mal bei Miriam im Zimmer gewesen, was natürlich ein großes Ereignis für mich war. Sie war noch mal deutlich wacher als gestern, allerdings vor allem, nachdem ich gegangen war (hatte noch ein Treffen wegen meines Spiels – am Montag geht es in Druck. Bin sehr gespannt), wie ich aus Elissas Fotos ersehen konnte. Ein erstes Post-OP-Foto gönne ich Euch mal; ich weiß ja, wie sehr Ihr darauf jiepert. Ich finde, das ist jetzt wieder einigermaßen schockfrei möglich. :-) Miriam fängt auch wieder an, Laute von sich zu geben. Ist zwar noch weit von ihrem üblichen Redefluss entfernt, aber was will man erwarten. Wir sind jedenfalls unglaublich dankbar für jeden Fortschritt, den wir erleben können.

imgp84311.jpg

Ich war heute trotz allem recht müde. Gestern haben Elissa und ich uns ein Essen in Göttingens bestem Restaurant  (vor allem für Vegetarier für mich ist es einfach völlig herausragend) gegönnt. Dann haben wir den Abend recht ruhig ausklingen lassen, und eigentlich hatte ich genug geschlafen. Aber natürlich weichen jetzt langsam achteinhalb Monate aufgestaute Spannung von mir, und das kann man vielleicht nicht in einer Nacht wettmachen. Ich hoffe mal, dass ich in den nächsten Tagen dem emotionalen Schwung, den ich im Moment habe, auch körperlich wieder Rechnung tragen kann.

(English) Miriam is progressing. She was even more awake than yesterday, although mostly after I was gone (I had some more preparations to do for next week’s game publication). She is also starting to make sounds again, although she is not talking much yet. We are very grateful for each little step she is taking towards recovery.

I, however, am quite tired. Elissa and I celebrated the new life in Göttingen’s best restaurant and had a quiet evening afterwards, and I thought I slept enough. But I think that those eight months of extreme tension are now falling off my shoulders, and I guess I cannot compensate for that in just a few nights. I hope that my body can catch up with my mind’s strength soon. Looking forward to it!

Schwach, aber wach

Februar 14, 2008 by hilkman

Ich hab’s gewusst – einige von Euch haben darunter gelitten, dass ich gestern so viel geschrieben habe… :-) Daher hier die Ankündigung: Dies ist mein einziger Kurzbericht für heute. Elissa und ich werden uns heute Abend mal ein bisschen zurückziehen. Das ist dringend mal wieder dran. Vorher darf ich aber begeistert verkünden, dass Miriam wieder einigermaßen wach ist. Sie dreht den Kopf, guckt uns an, kann auch schon wieder leichtere Dinge festhalten und was aus der Spritze trinken. Natürlich sieht sie noch ziemlich groggy aus, und sie sagt auch noch nichts, aber der Unterschied zu gestern ist derartig greifbar, dass es kaum zu begreifen ist, wenn Ihr wisst, was ich Euch damit begreiflich machen will. Und auch ich bin noch ein wenig konfus. Heute morgen beim Unterricht wusste ich eine Sekunde lang nicht mehr, was ein Adjektiv ist… Ihr seht, wir befinden uns auf dem richtigen Weg. ;-)

Apropos Weg: Auf dem Nachhauseweg habe ich eine deutlich überfällige DVD im Videoladen abgegeben. Beim Durchpiepen meiner Karte erschien auf dem Display plötzlich: Leihgebühr: 4,00 Euro. Rückgeld: 4043,61 Euro. Leider war die Belegschaft nicht davon zu überzeugen, dass Computer niemals lügen… (und leider war meine Kamera nicht schnell genug zur Hand. Schade, das war ein lustiges Bild).

(English) I knew it: Some of you suffered from a lack of news yesterday. So I will tell you now: This will be my only posting for today. Elissa and I need some time alone tonight, there has been a certain lack of that recently.

But don’t worry: Miriam’s condition has improved rapidly. She can drink a few sips, turn her head, look at us, hold light things and so on. She isn’t talking yet and looking weak still, of course, but the difference between yesterday and today is unbelievable. I am also a bit confused still, but hey, so what.

On the way home there was a funny incident at our video store: I returned a film that was long overdue, and suddenly the cash register displayed that I should get 4043.61 Euro in change. Unfortunately, the staff couldn’t be convinced that computers never lie… (and unfortunately I didn’t have a camera ready. That was a funny picture).

 

Der Tag danach

Februar 13, 2008 by hilkman

Guten Abend allerseits. Tja, wer gedacht hatte, dass ich jetzt bis zum Ende meines Lebens ungefähr fünfmal am Tag was ins Blog schreibe, den muss ich natürlich enttäuschen, das schaffe ich nicht. Aber natürlich werde ich mein Bestes geben, um Euch einigermaßen regelmäßig auf dem Laufenden zu halten. Die Anteilnahme an dieser ganzen Geschichte ist dermaßen überwältigend, dass mir immer noch die Worte fehlen.

So war es heute nicht nur im Blog, sondern auch im Klinikum, wo sich die Nachricht von der Transplantation wie ein Lauffeuer verbreitet hat. Wer uns auf dem Flur begegnete, hatte meist ein breites Grinsen auf dem Gesicht, auch wenn die Leute teilweise nur peripher mit Miriam zu tun hatten.

Diese kommt so langsam wieder zu Bewusstsein, sie hat Elissa schon gesehen und auch erkannt, ist aber natürlich noch völlig unter Drogen. Erstaunlicherweise ist sie heute schon extubiert worden und auch die ersten kleineren Drainageschläuche sind schon raus. Im Moment läuft also alles nach Plan, aber natürlich ist es auch noch kein ganz leichter Anblick. Aber trotzdem hat heute bei mir ein echtes Glücksgefühl dominiert. Gestern war das noch gar nicht so richtig bei mir angekommen, da war ich in einem Nebel gewesen, einer Mischung aus Glück, Nervosität, Angst und Müdigkeit. Heute war uns die Freude sicherlich eher anzusehen! Und ich kann jetzt auch langsam schon drüber reden, ohne mit dem Zittern anzufangen.

Ein Merkmal der Veränderung ist, dass ich seit heute nicht mehr so sehr die Tage im Blick habe, die wir schon auf der Station sind, sondern eher die Zeit, die wir noch dort sein werden. Ich denke und hoffe, dass wir jetzt jeden Tag kleine Fortschritte sehen können, so wie nach der Berlin-Heart-Operation. Ab morgen stürze ich mich dann auch schon wieder in die Arbeit (fühle mich wieder ganz fit, aber werde noch nicht zu Miriam reingehen, bis ich ganz sicher bin, und so richtig anwesend ist sie ja auch noch gar nicht – da kann ich auch arbeiten). Falls ich wieder zum Bloggen kommen sollte, könnte es also eher spät werden.

Zur guten Nacht noch die letzten beiden Fotos, die vor Miriams Abmarsch in den OP entstanden sind.

Miriam liest vor der OP

Miriam guckt sich um.

(English) Well, you might not be too surprised that I cannot keep up yesterday’s blogging speed. I will try to keep everyone updated as well as I can. I am overwhelmed by all the loving thoughts that everyone sends, not only in the blog, but also in the hospital, where all the staff seems specially cheerful at the thought of Miriam’s operation.

She is not fully awake yet, although she has looked at Elissa and recognized her already. She cries sometimes and moves her arms and legs a bit. It is both painful to see and very encouraging. And while yesterday I still felt quite shaky, I am now stabilizing, too, and the feeling of happiness is getting more dominant, although we know that this is far from over yet.

I will go back to work tomorrow, and it will be a full day, so it might be late before I can write again. I will do my best.

The two photos are the last ones taken before Miriam went to the operation room. Cheerful, aren’t they?

Tagesabschlussbericht (22:36)

Februar 12, 2008 by hilkman

Wir sind wieder zurück, aber ich schwebe immer noch in einer Art Nebel herum. Ich will trotzdem mal versuchen, die Neuigkeiten einigermaßen sortiert zu präsentieren.

Also: Miriam war noch nicht wach, als wir bei ihr waren, zuckte aber schon so ein bisschen im Schlaf herum, und es wurde noch debattiert, ob sie schon heute oder erst morgen aufwachen sollte. Die Operation ist erstmal wohl sehr zufriedenstellend verlaufen, aber es liegen natürlich noch kritische Wochen vor uns, denn die Gefahr einer Abstoßungsreaktion ist noch nicht gebannt. Trotzdem haben wir natürlich das Gefühl, eine gewaltige Hürde übersprungen zu haben. Ich selbst habe Miriam ja nur durch das Fenster angucken können, während Elissa schon drinnen war. Zum Glück habe ich Miriam schon einmal nach einer großen Operation gesehen. Ansonsten wäre ich wohl einigermaßen geschockt gewesen wegen der vielen Schläuche und Kabel und was weiß ich. Aber so war ich einfach nur erleichtert. Allein schon ihren Bauch zu sehen (erstmals seit Ende August, seither war ja immer ein Verband davor), war einfach was Besonderes. Und soviel Speck ist es gar nicht. :-)

Natürlich ist sie jetzt erstmal alleine im Zimmer. Die Abschottung hatte ich mir allerdings schlimmer vorgestellt. Elissa musste natürlich einen Mundschutz tragen und sich die Hände ein bisschen sorgfältiger desinfizieren als sonst, und außerdem sind halt nahezu alle nicht-sterilen Sachen aus dem Raum entfernt worden, also im Prinzip alle persönlichen Sachen von Miriam. Aber ansonsten sieht es fast normal aus.

Die Anteilnahme der Belegschaft war absolut rührend, das geht mir richtig nahe. Gleich mehrere Leute haben ihre Freizeit geflissentlich ignoriert, um heute mal vorbeizuschauen (beziehungsweise gestern noch bis zur Verschickung in den OP bleiben zu können). Und dann hörten wir noch die vielleicht schönste Geschichte, die mit der Transplantation zusammenhing: Als Miriam zum OP gebracht wurde, saß sie in ihrem Bett, winkte allen zu und rief überzeugt und fröhlich: „Ja! Ja!“ Das ist ja so unglaublich typisch für sie, und es wirkt ein bisschen wie eine Einverständniserklärung für all das, was wir ihr hier antun.

Es war ein ganz schön turbulenter Tag für uns. Danke auch noch mal an meine beiden Kolleginnen, die sich bereit erklärt haben, morgen für mich zu unterrichten – dadurch habe ich noch einen Tag, um mich von heute zu erholen. Aber ich kann ohnehin gar nicht alle lieben Leute aufzählen, die heute Anteil genommen haben. Das war und ist einfach Wahnsinn.

(English) We are back, but I am still a bit delirious from an exciting day. Here’s a short digest:

Miriam wasn’t awake yet when we saw her, but she should be soon, tonight or at least tomorrow. The operation went well, but of course the worries aren’t all over. The next few weeks will still be critical, but we feel that we have cleared one huge obstacle here. For the inexperienced, Miriam’s body (which I could only see through the window yet) looks pretty messed up, but since we’ve been through the aftermath of the Berlin Heart operation, I could look past all those tubes and cables and see just her.

She is alone in her room now, of course. Other than that, the quarantine is not as strict as I had expected. Elissa had to wear a mask and disinfect her hands more thoroughly than usual, and also most of Miriam’s personal stuff had to be removed from the room, but other than that, it looks almost nomal.

The staff was probably nearly as excited as we were. Several of them came by in their spare time or stayed overtime to be around during these exciting hours. Miriam has taken their hearts by storm, I guess. One story touched me especially: When Miriam was brought to the operation room last night, she apparently sat on her bed, waved at everyone and determinedly said: „Ja! Ja!“ („Yes! Yes!“ in German). It is extremely typical for her, and it gives me a feeling that she gave her consent for everything we have put her through.

This was quite a day for us. I have another day to recover from it tomorrow before it is back to work – thanks to my two dear colleagues who will substitute for me tomorrow. Two wonderful people out of so many who have given us strength throughout the months. It is impossible to properly thank you all who deserve it – you know whom I mean!

Wir können hin (15:10)

Februar 12, 2008 by hilkman

Wie sehr das Internet die Erwartungshaltung der Menschen verändert hat, ist mir mal wieder eindrucksvoll vor Augen geführt worden. Ungefähr zwei Stunden nach meinem „Es geht los!“-Eintrag kam der erste Kommentar mit dem Tenor: „Ich hab’s jetzt erst mitgekriegt…“ Seither stand das in jedem zweiten Kommentar. Früher sagte man sowas, wenn man erst nach einem halben Jahr (nach der Rückkehr von einer Südpolexpedition zum Beispiel) erfuhr, dass die Titanic gesunken war. Heute reicht ein halber Tag völlig aus, um einem das Gefühl zu geben, vom Nachrichtenfluss völlig abgeschnitten zu sein…

Jetzt können wir hinfahren. Mehr heute Abend. Oder so.

(English) It used to be that when you heard that your elementary schoolmate got married and you found out about it six months later, you would say: I only heard about it just now! Two hours after my first entry last night I had the first comment saying: I only heard about it just now! Isn’t it funny how the advent of the internet has changed people’s expectations?
We are going to the hospital now.

Drogen, Schlaf und Telefon (11:05)

Februar 12, 2008 by hilkman

Das Telefon klingelt heiß. Zuerst hatte ich meinen Hausarzt angerufen, weil ich ja gestern wegen meiner Magen-Darm-Geschichten in Behandlung gewesen war. Mit dem Rückruf dann die unerfreuliche Gewissheit: Bis zum Wochenende sollte ich nicht in direkten Kontakt mit Miriam treten. Das ist natürlich oberscheiße, aber es ist nicht unbedingt überraschende Oberscheiße, und nach 259 Tagen, die wir nun im Krankenhaus ausgeharrt haben, halte ich auch noch fünf weitere Tage Wartezeit aus. Verflucht aber seien alle Magen-Darm-Viren, die das hier zufällig lesen. Die Pharma-Industrie kriegt Euch eines Tages alle, harharhar! Zum Glück ist Miriam ja im Erdgeschoss untergebracht, und ich kann sie also zumindest durchs Fenster liebhaben.

Unmittelbar danach kam dann der Anruf vom Klinikum: Miriam ist soweit stabil; natürlich völlig mit Drogen vollgepumpt und auch noch nicht wieder wach. Vor heute Nachmittag können wir (beziehungsweise eben Elissa) nicht zu ihr. Ich werde dann nach der Mittagspause wieder anrufen. Bis dahin gibt es unter Umständen nicht so viel Neues. Diejenigen von Euch, die jetzt die ganze Nacht ausgeharrt haben, können sich also vielleicht erstmal ein Mützchen Schlaf genehmigen (der Blog-Statistik zufolge sind das ganz schön viele von Euch). :-)

(English) A phone call with my own doctor confirmed what I had grudgingly expected already: Due to my own sickness I cannot be in direct contact with Miriam today, or any day of this week, for that matter. That is no real surprise, but it obviously sucks big time. After 259 days in the hospital, I guess I can handle five more days. And Miriam’s room is on ground floor, so I can at least see her through the window.

Right after that call, the hospital also called. We won’t be able to go in before the lunch break anyway. Miriam is stable, but not awake yet and full of drugs, of course. There might not be any news until then – I will call in the afternoon and go on from there. Those of you who have been staying awake all night to be with us can go get some sleep now. That’s quite a few of you, if my blog statistics aren’t mistaken… :-)

Zurück auf Zimmer 3 (10:15)

Februar 12, 2008 by hilkman

Gegen zehn habe ich mal wieder angerufen und erfahren, dass Miriam soeben zurück auf ihr Zimmer gekommen ist. Das Anstöpseln wird eine Weile in Anspruch nehmen, aber immerhin ist sie aus dem OP zurück. Mehr weiß ich noch nicht.

(English) I called again around ten and learned that Miriam is back in her room at last. It will still take a while until she is fully admitted, but it is something. Don’t know more yet.